Zivilgesellschaftliche Partizipation in Ghana


Zivilgesellschaftliche Partizipation in Ghana






Karte von Ghana

Auch die sozio-ökonomische Entwicklung des westafrikanischen Landes ist bemerkenswert. Starke wirtschaftliche Wachstumsraten, seit Jahren deutlich über der Rate des Bevölkerungswachstums, eine wachsende Beschäftigungsrate insbesondere in den Wirtschaftsräumen des Landes sowie massive Investitionen in den Bildungs- und Gesundheitsbereich haben die soziale Entwicklung im Lande deutlich vorangetrieben. Ghana ist das erste Land in Sub-Sahara Afrika, das das erste UN-Millenniumsziel – eine Halbierung der Armutsraten – erreicht hat. Seit kurzem wird Ghana von der Weltbank auch in der Gruppe der Länder mit mittlerem Einkommen geführt (lower middle-income country). Gleichwohl bleiben große Ungleichgewichte: insbesondere zwischen dem sehr armen Norden des Landes und den wirtschaftlich dynamischen Zentren in Accra, anderen Küstenstädten und Kumasi.

In diesem insgesamt positiven Umfeld hat sich in den vergangenen 25 Jahren eine sehr vielfältige und lebendige Zivilgesellschaft entwickelt, die im Demokratisierungsprozess des Landes wie auch in der Sozialpolitik eine wichtige Rolle spielt. Die Beteiligungsmöglichkeiten für Verbände und Nichtregierungsorganisationen (NRO) aller Art und Größe sind größer geworden. Verfassungsmäßig garantierte und politisch gelebte Grundrechte – insbesondere die Meinungs- und Pressefreiheit – sichern der ghanaischen Zivilgesellschaft einen politischen Resonanzboden. Auf lokaler Ebene hat sich flächendeckend eine große Vielfalt von Graswurzelgruppen – sozialen Bewegungen, Selbsthilfeorganisationen usw. – gebildet.

Das Potenzial zivilgesellschaftlicher Beteiligung an politischen Prozessen ist aber bei weitem nicht ausgeschöpft. Noch immer begrenzen strukturelle Hindernisse ihre Wirkungen. Kaum vorhandene institutionelle Dialogmechanismen zwischen Regierung bzw. Parlament und Zivilgesellschaft, eine schwache Ressourcenbasis der Zivilgesellschaft, aber auch ein Graben zwischen modernen und politisch aktiven Organisationen in der Hauptstadt und den besonders benachteiligten Menschen in den abgeschiedenen ländlichen Gegenden gehören dazu. Dort aber, wo sich Netzwerke gebildet haben, die es verstehen, politische Anliegen professionell zu bündeln und gleichzeitig auf eine breite Unterstützerbasis achten, haben sich bereits deutliche Wirkungen der politischen Zivilgesellschaft zeigen können.

Die vollständige Länderanalyse zu Ghana finden Sie hier: Walter Eberlei / Magdalene Pac: Eine wirksame Stimme für die Armen? Zivilgesellschaftliches politisches Engagement in Ghana. Düsseldorf 2012


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Landesdaten Einwohnerzahl: 22,5 Mio. Regierungsform: Präsidialdemokratie BIP pro Kopf: 655 US-Dollar – zum Vergleich Subsahara Afrika: 1.104 US-Dollar (World Bank 2010) Gini-Koeffizient: 42,8 – zum