Westliche Einmischung bringt keine Lösung für Somalia: Präsident mit US-Pass nicht mehr akzeptiert

Somalia steht nach abgesagter Präsidentenwahl vor dem Chaos

Die Opposition erkennt Präsident Farmajo nicht mehr an. Jetzt erkennt die Opposition den 58-jährigen Präsidenten mit US-Pass nicht mehr an: Sie will eine Übergangsregierung unter Beteiligung von Parlamentariern, Oppositionsführern und Persönlichkeiten aus der Zivilgesellschaft eingesetzt sehen. "Bleibt Farmajo im Amt, wird er für den Kollaps des Landes verantwortlich sein", sagte der Chef der Oppositionspartei Wadajir, Abdishakur Abdirahman.


Am meisten profitiert von dem Machtvakuum jedoch eine Gruppe, die bei den Gesprächen gar nicht beteiligt war: Al-Shabaab, die bei einem Bombenanschlag nicht weit vom Verhandlungsort in dem Städtchen Dhusamareb entfernt zwölf Geheimdienstoffiziere tötete. Der Direktor des somalischen Politinstituts Hiraal, Hussein Sheikh Ali: "Farmajo, die politische Elite und die internationale Gemeinschaft haben versagt." Der ehemalige Sicherheitsberater des Präsidenten wirft sowohl den USA wie der EU vor, den im westlichen Asyl aufgewachsenen Farmajo viel zu lange und bedingungslos unterstützt zu haben: "Jetzt stehen sie ohne einen Plan B vor den Trümmern ihrer Politik".

Dem Land stehe "das schlimmste Jahr seit langem bevor", orakelt der renommierte Fachdienst "Africa Confidential": Das will in Somalia schon etwas heißen.

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Millionen Menschen in Somalia sind intern vertrieben, Millionen waren auf humanitäre Hilfe angewiesen. Weitere Hunderttausende flohen in Flüchtlingslager in den Nachbarländern, in die Staaten der Arabischen Halbinsel, nach Nordamerika oder Europa. Ein großer Teil der somalischen Bevölkerung ist zum Überleben auf die Geldüberweisungen im Ausland lebender Verwandter angewiesen.


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