Zarpen Schwarz-weiße Begegnung in Zarpen „Wir sind Kinder einer Welt“: Jeden Tag gingen die Grunds


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Zarpen Schwarz-weiße Begegnung in Zarpen „Wir sind Kinder einer Welt“: Jeden Tag gingen die Grundschüler auf eine Reise in einen anderen Kontinent. Dabei lernten sie Afrika von einer ganz besonderen Seite kennen. 21.02.2013 20:10 Uhr

„Jambo“ heißt „Hallo“ und „Buana Anakuita Milele“ wird mit „Der Herr und Gott ruft dich für immer“: Gabriel Fundi aus dem Kongo brachte Anabelle (links) und Lara (beide 10) afrikanische Lieder bei. © Fotos: Petra Dreu

Schwarz-weiße Begegnung in Zarpen Anzeige

Von Petra Dreu

Zarpen. Mit selbst gebastelten Reisepässen haben sich die Schüler der Dörfergemeinschaftsschule am Struckteich auf eine Reise um die Welt begeben. „Wir sind Kinder einer Welt“

hieß die Projektwoche, in der an jedem Tag ein anderer Kontinent im Vordergrund stand. Den wohl abwechslungsreichsten und farbenfrohsten lernten sie am Mittwoch durch die Initiative „Black & White“

kennen, die ihnen Afrika quasi aus erster Hand nahebrachte und mit einem Mitmachkonzert am Abend sogar die Eltern und Großeltern der 156 Schüler begeisterte.

Gebannt blickten die Kinder der 4. Klasse auf Gabriel Fundi, einen beleibten und mit einem enormen „Resonanzkasten“ ausgestatteten Afrikaner, der im Kongo geboren wurde, inzwischen aber seit mehreren Jahren in Hanau lebt. Seine Körperfülle, die dunkle Hautfarbe und seine weit tragende Stimme flößten Respekt ein. Sein kunterbuntes Hemd dagegen brachte einen Hauch Exotik in den nüchternen Klassenraum der Zarpener Grundschule. „Buana“ sang er den Kindern vor, was übersetzt soviel wie „der Herr und Gott“ heißt. Im Chor antworteten die Kinder auf den Zwiegesang: „Anakuita Milele“. Was das heißt, erklärte Roger Nsambu, der von der Körperstatur die Hälfte seines Kollegen aus dem Kongo ist. Selbst wurde Roger Nsambu in Uganda geboren und lebt jetzt in Eschwege. „Die Antwort auf Buana heißt übersetzt ,er ruft dich für immer‘“, erklärt der sympathische Afrikaner den Kindern.

Ein paar Räume weiter ist es Elisabeth, die den Kindern der zweiten Klasse zeigt, wie die Hüften geschwungen werden. In kurzer Zeit brachte sie den Schülern ein paar afrikanische Tanzschritte bei und erzählte den Kindern dabei kaum Vorstellbares. „Meine Mutter kommt aus Ghana. Alleine dort gibt es 42 verschiedene Sprachen. In ganz Afrika sind es sogar 2000 verschiedene Sprachen und Dialekte“, erzählte sie den staunenden Schülern.

Während die 2. Klasse noch tanzte, zeigte Roger Nsambu den Erstklässlern in der großen Turnhalle, wie die Djembas am besten zum Klingen gebracht werden. 60 der afrikanischen Trommeln hatten er und seine Mitstreiter vom Verein „Black & White“ mitgebracht, um den Kindern einen unvergesslichen Tag zu bereiten.

„Den hatten sie. Bereits der Morgen begann mit Gesang. Am Nachmittag wurden noch Rastazöpfe geflochten. Es gab einen Trommelworkshop und auch das Mitmachkonzert am Abend war ein voller Erfolg. 100 Erwachsene und ebenso viele Kinder waren in der großen Turnhalle. Alle haben gesungen, getanzt und getrommelt. Das war einfach toll“, freute sich Tanja Schiprowski, Klassenlehrerin der 3 a. Das Mitmachkonzert sei so gut angekommen, dass sogar noch Spenden in Höhe von 250 Euro zusammen gekommen seien, die an ein Schulprojekt in Ghana weitergeleitet werden sollen. Finanziert wurde der Tag unter anderem durch den Schulverein.

Black & White: Eine Initiative für Afrika Die Initiative Black & White setzt sich mit den Fragen der Globalisierung und der Umsetzung der Millenniumsziele in den Afrikanischen Ländern auseinander. Afrikaner und Deutsche machen zusammen Projekttage in Schulen und planen regelmäßig Aktionen, um andere Menschen auf diese Ziele aufmerksam zu machen. Dazu gehören die Bekämpfung von extremer Armut und Hunger, eine Schulbildung für alle, Gleichstellung der Geschlechter, eine Verbesserung der Gesundheitsversorgung vor allem der Mütter, die Bekämpfung von HIV/ AIDS, Malaria und anderen schweren Krankheiten, ökologische Nachhaltigkeit und der Aufbau einer globalen Partnerschaft für Entwicklung.

Zu den Projekttagen der Initiative gehören altersgerecht vermittelte Tänze, Lieder und Trommelkurse. In einer Power-Point-Präsentation werden zudem Basisinformationen zu Afrika und den afrikanisch-europäischen Beziehungen vermittelt. Weitere Infos gibt es im Netz unter http://www.blackandwhite- schwarzundweiss.de. pd

http://www.ln-online.de/Lokales/Stormarn/Schwarz-weisse-Begegnung-in-Zarpen

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