Wird die USA weiter mit Diktatoren Afrika ausbeuten oder die starken Protestbewegungen unterstützen?

Aktualisiert: Feb 6

Die Zeit: Biden hat die Einreiseverbote für Muslime aufgehoben. In Afrika wird das gut ankommen: Was man auf dem Kontinent vom neuen Präsidenten erwarten darf – und was nicht.


Afrika ist inzwischen Hochburg der Protestbewegungen

Senegal, in Gambia, Mali, Burkina Faso, Nigeria und im Sudan: Afrika ist zur Hochburg der Protestbewegungen geworden, was die amerikanische und europäische Politik und Öffentlichkeit in den kommenden Monaten und Jahren sehr beschäftigen wird, getragen von einer Bevölkerung, die jung ist, urban, wütend, kreativ, verzweifelt und couragiert – und die oft die großen nationalen Musikstars an ihrer Seite weiß.

Unsere Frage: Wird die USA auf ihrer Seite stehen oder - wie bisher - auf Seiten gewalttätiger und korrupter Autokraten und mit ihnen gemeinsam die Menschen und Rohstoffe des Kontinents ausbeuten?


Bisher von den USA mit viel Geld versorgt: Ugandas Präsident Yoweri Museveni, der sich vergangene Woche mit altbewährten Methoden eine sechste Amtszeit gesichert hat: tödliche Schüsse auf Oppositionelle, Folter, Einschüchterung und Manipulationsmanöver an den Urnen. Sein größter Konkurrent, der populäre Musiker Bobi Wine. Wine, auch "Ghetto-Präsident" genannt, hat sich mit seinen Songs über Armut, Korruption und Machtmissbrauch ein junges Millionen-Publikum über Uganda hinaus erobert, das sich immer stärker politisiert.


Der 46. Präsident hat schon im Wahlkampf versprochen, als eine seiner ersten Amtshandlungen per Exekutivorder Trumps Einreiseverbote für Muslime wieder aufzuheben. Die Dankbarkeit von Hunderttausenden Menschen in Nigeria, Somalia oder Tansania sowie die Stimmen der betroffenen Einwanderer-Communities in den USA waren ihm sicher. Familienbesuche, Studienaufenthalte, Arbeitsmigration werden also wieder möglich sein – vorausgesetzt die Corona-Pandemie ebbt irgendwann ab.


Biden wird wohl weiter mit Kampfdrohnen Afrikaner*innen töten lassen?

Deren Einsatz war schon Barack Obamas bevorzugtes Mittel im "Krieg gegen den Terror". Auch und gerade auf afrikanischem Boden in Somalia. Im Wahlkampf hat der Demokrat versprochen, die "forever wars" der USA zu beenden. Zu Drohneneinsätzen und den "Kill Lists" mit den Namen von zum Abschuss freigegebenen Terrorverdächtigen, die schon Obama wöchentlich abzeichnete, sagte er so gut wie nichts. Sie werden wohl weitergehen.

Klimazerstörung

Sehr viel mehr Hoffnung setzen Afrikaner und Afrikanerinnen bei der Klimakrise ins neue US-afrikanische Verhältnis – womit allerdings auch das Risiko der Enttäuschung steigt. Dass Joe Biden die USA umgehend wieder ins Pariser Klimaabkommen einfädeln und zwei Billionen Dollar in die Dekarbonisierung der amerikanischen Wirtschaft stecken will, ist an sich schon mal eine gute Nachricht für den Rest der Welt.

Aber um der Krise beizukommen, brauche es einen viel "größeren Fokus auf Klimagerechtigkeit", sagt der Kenianer Mohamed Adow, Gründer des Öko-Thinktanks Powershift Africa. Wie bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie lassen die Industriestaaten die ärmeren Länder, allen voran die afrikanischen, auch bei der Klimakrise hängen. Zu der haben Letztere kaum beigetragen, sind aber ungleich härter betroffen.

Die vereinbarten Klimafonds zu ihrer Unterstützung, zur Anpassung ansteigender Meeresspiegel, Dürren und Hitzewellen, sind chronisch unterfinanziert. Wird Joe Biden mehr in Klimagerechtigkeit investieren?


Umgang mit Autokraten und Diktatoren

Bliebe die Frage, wie sich die neue Administration in Washington mit den Autokraten und Autoritären auf dem afrikanischen Kontinent einrichten will. Donald Trumps "Lieblingsdiktator" Abdel Fattah As-Sisi muss sich bis auf Weiteres jedenfalls nicht sonderlich bedrängt fühlen. Weder in den USA noch in Europa. Zuletzt verlieh ihm Frankreichs Präsident Emmanuel Macron im Dezember 2020 in Paris das Großkreuz der Ehrenlegion.

USA und Afrika: Hey, old white man! | ZEIT ONLINE


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