“Wir sind die Menschen, die anders sind” – “Trommeln, freuen, bedanken. Ganz


“Wir sind die Menschen, die anders sind”

21.09.2012 04:19 Uhr



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Von Jens Kusian




"Trommeln, freuen, bedanken" - so wie es ihnen der Ghanaer Daniel vormachte, schlugen die Kinder der Kästner- und der Nathusiusschule gemeinsam auf die Trommeln.

“Trommeln, freuen, bedanken” – so wie es ihnen der Ghanaer Daniel vormachte, schlugen die Kinder der Kästner- und der Nathusiusschule gemeinsam auf die Trommeln. | Foto: Jens Kusian

Der afrikanische Kontinent stand im Mittelpunkt eines Projekts der Förderschule für Geistigbehinderte “Johanne Nathusius”. Den Abschluss dazu bildete ein gemeinsamer Aktionstag mit den Schülern der Grundschule “Erich Kästner”.

Haldensleben l Rhythmisch bummert es durch das Gebäude der Grundschule “Erich Kästner” auf dem Süplinger Berg. Erst eine Trommel allein, dann eine komplette Armada. Ganz oben, unterm Dach, sitzen die kleinen “Krachmacher” – jeder mit einer afrikanischen Trommel zwischen den Beinen und mit neugierigem Blick auf Daniel aus Ghana. “Trommeln, freuen, bedanken. Ganz einfach”, gewährt der junge Afrikaner den Kinder einen Blick in die musikalische Mentalität des schwarzen Kontinents.

Im großen Kreis sitzen sie zusammen, die Kinder der Kästnerschule und der Förderschule für Geistigbehinderte “Johanne Nathusius”. Gespannt verfolgen sie jede Handbewegung von Daniel und können es gar nicht abwarten, selbst auf die Trommel zu schlagen – aber nur so, wie es ihnen ihr Trommellehrer gezeigt hat.

“Die Fördervereine beider Schulen haben diesen Aktionstag ermöglicht”, freut sich Nathusius-Schulleiter Sven Teßmann. Der Tag steht unter dem Titel “Black and White und Menschen, die anders sind” und findet im Rahmen des Afrikaprojekts der Schule für Geistigbehinderte statt. “Black and White, also schwarz und weiß, das ist klar. Und wir sind eben die Menschen, die anders sind”, erklärt Teßmann im Hinblick auf seine Schützlinge.

Neben dem Trommelworkshop bietet die Gruppe “Black and White” – neben dem Ghanaer Daniel gehören dazu noch zwei Ivorer, eine Kongolese und zwei Deutsche – den Kindern auch einen Tanz- und einen Singworkshop. Bei einem Vortrag über Afrika wurden Gemeinsamkeiten und Unterschiede deutlich gemacht, über die Ausbeutung des Kontinents gesprochen und auch über die Rolle, die Deutschland dort einst als Kolonialmacht dort spielte.

Der gemeinsame Tag mit den Kästnerschülern bildet den Abschluss und zugleich Höhepunkt der Projekttage. Obwohl, ein Höhepunkt war für die Nathusiusschüler auch das Indianerfest, das sie am Tag zuvor auf dem Ponyhof gefeiert haben. “Wir haben uns dabei intensiv mit dem Leben der amerikanischen Ureinwohner beschäftigt”, so Teßmann weiter.

Und auch das Leben auf dem schwarzen Kontinent wurde im Unterricht behandelt. “Aber es ging dabei nicht um die Tiere, die dort leben, sondern um die Menschen und ganz speziell um die Kinder dort”, erzählt Teßmann. Wie sie leben und wie sie zur Schule gehen, das waren die Schwerpunkte. Aber auch, dass es in Afrika Kindersoldaten gibt, wurde während der Projekttage thematisiert.

http://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/haldensleben/935778_Wir-sind-die-Menschen-die-anders-sind.html

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