Was haben Handys mit Millionen von Bürgerkriegsopfern im Kongo zu tun: Kriege um Afrikas Rohstoffe

Aktualisiert: Feb 6

Diese Broschüre ist immer noch hochaktuell: Machen wir die Sache zum öffentlichen Thema:

Wer denkt schon daran, dass das Mobiltelefon irgendetwas mit Millionen von Bürgerkriegsopfern im Kongo zu tun haben könnte? Dass Benzin Korruption in Angola fördert? Dass der Diamant zum 25. Hochzeitstag Plünderungen in Sierra Leone finanziert? Die Erklärung ist einfach: Mobiltelefone brauchen das im Coltan enthaltene Tantal. Coltan ist damit einer der Rohstoffe, um den im Kongo gekämpft wird. Öl, für den Export bestimmt, macht in Angola wenige reich und viele arm. Und Diamanten aus Sierra Leone sind nach wie vor potentieller Kriegsgrund in dem bettelarmen Land. Um diese Verbindungen geht es in der vorliegenden Broschüre. Sie beschreibt den Zusammenhang zwischen Rohstoffabbau, Kriegen, Konflikten und Menschenrechtsverletzungen in Afrika und dem Handel mit den Industrieländern. Sie berichtet von den Akteuren und Profiteuren des Elends. Aber auch von jenen, die für ein gerechtes und menschenwürdiges Leben kämpfen. Die Broschüre »Der Stoff aus dem Kriege sind« wird im Rahmen der Kampagne Fatal Transactions veröffentlicht. Die Kampagne wurde im Jahr 1999 von medico international gemeinsam mit weiteren europäischen Partnerorganisationen ins Leben gerufen. Sie klärt über den Zusammenhang von Rohstoffhandel und Krieg in Afrika auf und übt Druck auf Entscheidungsträger aus. Auch das DGB-Bildungswerk/NordSüd-Netz und medico international arbeiten in diesem Rahmen seit vielen Jahren zusammen. Ein erster Erfolg von Fatal Transactions ist das »Kimberley-Abkommen«, ein internationales Zertifizierungssystem für Diamanten aus Bürgerkriegsregionen (siehe Seite 22). Es kam unter anderem auf Druck der Kampagne zustande und trug zu einem deutlichen Rückgang des Handels mit so genannten Konfliktdiamanten bei. Aber das Abkommen von Kimberley klärt nicht jede Diamantenherkunft lückenlos auf, es ändert nichts an den Arbeitsbedingungen in den Minen, die tiefe Armut bleibt bestehen. Eine starke Abhängigkeit der Entwicklungsländer von Rohstoffexporten trägt zudem wesentlich zu sozialen Konflikten und Kriegen bei. Hier besteht akuter Handlungsbedarf – auch und gerade von den Gesellschaften und Staaten des Nordens. Über Handlungsmöglichkeiten zu informieren, dazu dient diese Broschüre. Frauke Banse und Anne Jung medico international Manfred Brinkmann und Werner Oesterheld DGB Bildungswerk / Nord-Süd-Netz


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Von der Mine bis zum Konsumenten. Die Wertschöpfungskette von Mobiltelefonen Erscheinungsjahr: 2012

Die Wertschöpfungskette von Mobiltelefonen reicht vom Abbau der Erze in Minen über die Verarbeitung der Metalle zu einzelnen Komponenten bis hin zur Fertigung der Endgeräte, deren Verkauf und deren Entsorgung. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Debatten darüber, dass es Missstände in der Produktion von Mobiltelefonen gibt. Bereits vor mehr als zehn Jahren wurden der Abbau und der Handel mit einem Metall namens Tantal, das in jedem Mobiltelefon zu fi nden ist, mit der Finanzierung des Krieges im Osten des Kongos in Verbindung gebracht. Einige Jahre später sorgten wiederholt Berichte über massive Missstände in den Produktionsstätten für Mobiltelefone für Schlagzeilen. Die Hersteller der Mobiltelefone verweisen bei der Kritik auf komplexe Beschaffungsketten. Doch die lange Wertschöpfungskette entlässt die Unternehmen nicht aus der Verantwortung für ihre Zulieferer. Bei der Analyse zeigt sich, dass in den verschiedenen Produktionsstufen unterschiedliche Instanzen für die Behebung der Missstände mitverantwortlich sind. Letztendlich werden alle Beteiligten der Wertschöpfungskette zusammenarbeiten müssen, um die Herstellungsbedingungen nachhaltig zu verbessern.


2012-11-06_SW_Studie_Mobiltelefone.indd (publiceye.ch)


mi_fatalbroschüre-0904_it_v17.indd (medico.de)


missio - Woche der Gold-Handys - 1. - 7.9.2017 (slideshare.net)


Uns kommt es mit unserer Nachrichtenarbeit auf dieser Seite nicht nur darauf an, mehr über das Kriegsleid und seine Ursachen zu erfahren oder bekanntzumachen. Wir wollen dazu beitragen, den Krieg von der Welt zu verbannen und das Kriegsleid zu beenden. Dazu sind viel mehr Menschen erforderlich, die sich dafür engagieren und gemeinsame Kräfte schaffen. Dafür ist auch afrikanisch-europäische Zusammenarbeit erforderlich Wir würden uns freuen, wenn Du mit uns ein überparteiliches zivilgesellschaftliches afrikanisch-europäisches Team aufbaust, das sich nachhaltig und gemeinsam für Frieden in Afrika engagiert. Hier kannst Du Dich in dem Team registrieren: Wir laden Dich dann zu Online-Konferenzen ein, um das gemeinsame Engagement zu beginnen: Frieden fördern in Afrika Team/Team to Promote Peace in Africa | Black and White (initiative-blackandwhite.org)

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