Warum viele Afrikaner in Armut leben müssen, obwohl der Kontinent reich an Rohstoffen ist – und waru

Waiblingen-Hohenacker: Afrika aktiv kennenlernen

Sebastian Striebich, vom 15.05.2013 00:00 Uhr



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Die Kinder vom Bildungshaus Hohenacker lernen die Kultur und das Leben in Afrika kennen. Foto: Bernhardt / ZVW

Die Kinder vom Bildungshaus Hohenacker lernen die Kultur und das Leben in Afrika kennen.Foto: Bernhardt / ZVW weitere Bilder unten oder unter dem Link!

Waiblingen-Hohenacker. Die Kinder trommeln, singen und tanzen: es ist Afrika-Woche im Bildungshaus Hohenacker. Bei Aktionen, Unterrichtsstunden und Vorträgen lernen Schüler und Kindergartenkinder den Kontinent kennen. Zum Auftakt war die Gruppe „Black and White“ zu Gast, die mit Workshops durch Deutschland tourt – und deren Fröhlichkeit ansteckt.

An die 70 Trommeln haben die Musiker Daniel Sarpong und Roger Insambu mit in die Sporthalle nach Hohenacker gebracht. So viele braucht es auch. Der 39-jährige Insambu sitzt im Kreis zwischen fast 70 Schul- und Kindergartenkindern. Alle haben das afrikanische Rhythmus-Instrument vor sich stehen. Es ist fast Mittag, die vierte Kindergruppe lernt das Trommeln und obwohl er schon den ganzen Morgen für wilde Takte sorgt, strahlt der Mann aus Uganda übers ganze Gesicht: „Hey!“, ruft er, gibt einen neuen Rhythmus vor und lacht. „Er ist total lustig“, finden deshalb Patricia und Sarah (beide 8). „Und ganz ganz schnell mit den Händen“, fügt Klassenkamerad Daniel (8) hinzu. Die Trommelstunde hat allen großen Spaß gemacht.

Übernachtet hat Insambu wie seine sechs Mitstreiter von „Black and White“ in der Lindenschule. Von Schulleiterin Magdalena Gucker wurden sie mit Frühstück versorgt, eine Sekretärin hat Maultaschen gekocht. Die Afrika-Gruppe tourt mit Trommel-, Tanz- und Singworkshops durch Deutschland. Ihr Gründer Wolfgang Lieberknecht kommt aus Nordhessen. Er berichtet den etwas älteren Kindern über die soziale und wirtschaftliche Lage in Afrika.

Akteure von der Elfenbeinküste, aus Uganda, Ghana und dem Kongo

Aus dem Bildungshaus Hohenacker mit Schule und Kindergärten nehmen insgesamt rund 250 Kinder an den Aktionen der Gruppe teil. Sie lernen afrikanische Tänze bei den beiden Frauen von der Elfenbeinküste, Trommeln mit den Männern aus Uganda und Ghana und Singen mit dem kräftigen Gabriel Fundi aus dem Kongo. Der freut sich über das Engagement seiner Schüler: „Alle haben toll mitgesungen!“

Auf die Idee, eine Projektwoche zum schwarzen Kontinent zu veranstalten, kam Schulleiterin Magdalena Gucker bei der Planung des alljährlichen Finnenlaufs (siehe Infobox). Unterstützt wird die Aktion von zahlreichen ehrenamtlich engagierten Eltern und Lehrern sowie der Bürgerstiftung, die sich mit einer Spende beteiligte. Schließlich möglich gemacht hat’s vor allem der Förderverein des Bildungshauses. Dort habe man schnell gemerkt, dass es sich bei der Projektwoche um eine Herzensangelegenheit der Rektorin handle, sagt die Vorsitzende Claudia Schif. Gucker selbst ist nämlich eine begeisterte Trommlerin.

Und die Trommelei ist erst der Anfang der Projektwoche, die unter dem Motto „Eine Woche rund um Afrika: Wie Kinder hier und dort leben“ veranstaltet wird. Am Dienstag wird im Bürgerzentrum ein Film gezeigt, der das Malawi-Hilfsprojekt „Kumbali“ vorstellt, an dem Lindenschullehrerin Annette Metzler beteiligt ist. Schon am Mittwoch werden in den Kindergartengruppen und Schulklassen Afrika-Themen von Kunst über Tiere bis Wasserknappheit behandelt.

Wolfgang Lieberknecht von „Black and White“ ist es besonders wichtig, dass die Kinder ihren Horizont erweitern und schon früh Berührungsängste mit dem Fremden abbauen. In seinen Vorträgen erklärt er, warum viele Afrikaner in Armut leben müssen, obwohl der Kontinent reich an Rohstoffen ist – und warum die Europäer dabei eine wichtige Rolle spielen: „Solange wir keine fairen Preise zahlen, herrscht Ungerechtigkeit.“ Natürlich will sein Verein aber auch die schönen Seiten Afrikas vorstellen: die Lebensfreude der Menschen zum Beispiel oder deren Fähigkeit, auch denkbar kleine Chancen zu nutzen.

Unsere Vorfahren stammen aus Afrika

Die Lindenschüler Jonathan und Jasmin (beide 10) haben jedenfalls schon einiges erfahren: „In Afrika herrscht viel Krieg und oft müssen auch die Kinder arbeiten“, hat Jonathan gelernt. Und dass auch seine Vorfahren vor langer, langer Zeit in Afrika lebten. Seine Mitschülerin Jasmin ist nachdenklich geworden: „Vor diesem Tag wussten wir eigentlich nicht wirklich viel.“

http://www.zvw.de/inhalt.waiblingen-hohenacker-afrika-aktiv-kennenlernen.f70f2a3d-58c4-4933-b7b1-12a91b0b5840.html

Die Kinder vom Bildungshaus Hohenacker lernen die Kultur und das Leben in Afrika kennen. Foto: Bernhardt / ZVW
Die Kinder vom Bildungshaus Hohenacker lernen die Kultur und das Leben in Afrika kennen. Foto: Bernhardt/ ZVW
Die Kinder vom Bildungshaus Hohenacker lernen die Kultur und das Leben in Afrika kennen. Foto: Bernhardt/ ZVW
Die Kinder vom Bildungshaus Hohenacker lernen die Kultur und das Leben in Afrika kennen. Foto: Bernhardt/ ZVW
Die Kinder vom Bildungshaus Hohenacker lernen die Kultur und das Leben in Afrika kennen. Foto: Bernhardt/ ZVW
Die Kinder vom Bildungshaus Hohenacker lernen die Kultur und das Leben in Afrika kennen. Foto: Bernhardt/ ZVW
Die Kinder vom Bildungshaus Hohenacker lernen die Kultur und das Leben in Afrika kennen. Foto: Bernhardt/ ZVW
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Die Kinder vom Bildungshaus Hohenacker lernen die Kultur und das Leben in Afrika kennen. Foto: Bernhardt/ ZVW
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