Vor den Toren Europas? Das Potenzial der Migration aus Afrika – Eine gute, aktuelle Untersuchu

Vor den Toren Europas? Das Potenzial der Migration aus Afrika

Das Migrationspotenzial Afrikas dürfte aus ökonomischer Sicht aufgrund fehlender Ausbildungs- und Arbeitsmarktchancen bei einer wachsenden Erwerbsbevölkerung steigen. Armut und ein anhaltend niedriger Lebensstandard sind die Folgen zunehmender Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung. Trotz des Wirtschaftswachstums der vergangenen Jahre sind Armut und (Jugend)Arbeitslosigkeit in Afrika sehr hoch. Es wird geschätzt, dass 55 % der erwerbstätigen Afrikaner nicht in der Lage sind, die Armutsgrenze von 1 US-$ Einkommen pro Tag zu überschreiten. Etwa 80 % der afrikanischen Bevölkerung erreichen die 2 US-$-Grenze pro Tag nicht. Die Gegenüberstellung des Wirtschaftsindikators Bruttonationaleinkommen (BNE) pro Kopf von 2.430 US-$ in Afrika und von 24.329 US-$ in Europa lässt darauf schließen, dass sich in Afrika Wirtschaftsschwäche und Bevölkerungswachstum in höchst ungünstiger Weise kombinieren.

Das Migrationspotenzial Afrikas dürfte aus politischen Gründen steigen, weil sich auf dem afrikanischen Kontinent Regierungsversagen, Instabilität, politische Verfolgung und Menschenrechtsverletzungen häufen. Afrikanische Regimes sind größtenteils Diktaturen und defekte Demokratien. 10 Inhalt und zentrale Ergebnisse Die Anziehungskraft von politischer Stabilität, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Sozialpolitik in Europa erklärt einen Teil der Fluchtmigration nach Europa. In absehbarer Zeit ist keine Abnahme des innerafrikanischen Konfliktpotenzials und der daraus hervorgehenden Flüchtlingsbewegungen zu erwarten. Eine schnell voranschreitende Demokratisierung der zumeist autoritären afrikanischen Regimes und die rasche politische Stabilisierung zerfallender und zerfallener Staaten ist in naher Zukunft kaum absehbar. Zusätzlich verhindert die politische Instabilität in den meisten afrikanischen Regionen dringend benötigte internationale Investitionen. „ Das Migrationspotenzial Afrikas dürfte aus ökologischer Sicht steigen, weil durch voranschreitenden Klimawandel, wachsenden Bevölkerungsdruck auf natürliche Ressourcen (Wasser, Boden) und fehlende ökologische Nachhaltigkeitspolitik extreme Wetterphänomene und Wassermangel sowie die Degradation der Böden zunehmen werden. Das Schwinden der Existenzgrundlage wiederum zwingt die Betroffenen zum Verlassen der angestammten Region.Inhalt und zentrale Ergebnisse 11 Innerafrikanische Migrationsströme Ob das afrikanische Migrationspotenzial sich in Migration auf dem Kontinent manifestiert, ist abhängig von der Aufnahmekapazität innerafrikanischer Zielregionen (wie dem südlichen Afrika und Nordafrika) hinsichtlich Ausbildungs-, Arbeits- und Asylmigration. Bei Entstehung weiterer Regionen insularer Modernisierung in Afrika (Märkte, Produktionsstätten, Dienstleistungszentren) würde die Absorptionsfähigkeit afrikanischer Ausbildungs- und Arbeitsmärkte zusätzlich erhöht und damit interkontinentaler Wanderung entgegengewirkt.

http://www.bmi.bund.de/cae/servlet/contentblob/872076/publicationFile/54527/migration_afrika.pdf

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