Trommeln für eine bessere Zukunft

Trommeln für eine bessere Zukunft

Von Marion Mockler



Trommeln für eine bessere Zukunft

Immer im Takt: Musiker Alexandre Kukele von der Gruppe Black and White beim Trommelworkshop mit den Rappenauer Ferienkindern.Foto: Marion Mockler

Bad Rappenau – Das Bürgerhaus dröhnt. Kein Wunder, 33 kleine Händepaare schlagen dort begeistert auf die afrikanischen Trommeln ein, die zwischen den Knien der Ferienkinder klemmen. Alexandre Kukele aus Angola gibt den Takt vor, und schon schallen wieder afrikanische Rhythmen durch den Saal.

Der Trommel-Workshop ist nur ein Teil des Vormittags, den die Musiker-Gruppe Black and White beim Rappenauer Kinderferienprogramm mit Leben füllt. Es gibt außerdem Gesangsvorführungen, Tanzunterricht und einen Vortrag über das Leben in Afrika.

Und während Musik, Tanz und Gesang den Kindern die Lebensfreude und Kultur Afrikas näher bringen, kommen im Vortrag auch ernste Themen zur Sprache. Denn der Gruppe geht es nicht um Folklore, auch wenn sie in traditionell farbenfrohen Gewändern auftritt.

Perspektivwechsel „Wir wollen die Kinder sensibilisieren für Afrika“, fasst Wolfgang Lieberknecht, Initiator von Musikergruppe und Verein, das Ziel der Projektvormittage zusammen. Dafür reisen die sechs Musiker durch ganz Deutschland zu Schulen, geben Konzerte, halten Vorträge. Meist folgen den Projekttagen Konzerte zum Mitmachen, in denen das Publikum selbst die Trommeln schlägt. Lieberknecht ist der einzige deutsche Musiker der Truppe, seine Kollegen stammen aus Burundi, Angola und der Demokratischen Republik Kongo.

Der Tänzer Ivon Gizalahamba-Ndula etwa ist seit 2002 in Deutschland. Angekommen ist er hier allerdings nicht als Künstler, sondern als Bürgerkriegsflüchtling. Erst seit der Kongolese für Black and White arbeitet, bekommt er regelmäßig Aufenthaltsverlängerungen. Auch das ist ein Ziel des Projekts: „Die Musiker schaffen sich selbst eine Perspektive“, erläutert Lieberknecht.

Vor allem aber will Black and White Deutsche und Afrikaner zusammenbringen, gegenseitiges Verständnis schaffen. Warum man dazu Kindern Trommelstunden gibt? „Jeder Tanz hat in Afrika eine Bedeutung“, erklärt Gizalahamba-Ndula, „wir wollen ihr Interesse für das Land wecken.“ Denn, so hofft er, wenn Kinder heute erfahren, wie es den Menschen in Afrika geht, würden sie vielleicht als Erwachsene für eine andere Politik eintreten. Und das ginge eben nur mit Kindern: „Bei Erwachsenen ist es dafür meist schon zu spät.“

Wiege der Menschheit Für manche Kinder ist Afrika längst kein fremder Kontinent mehr. Franziska Losert aus Grombach etwa war schon in Namibia, um ein Partnerschaftsprojekt der Rappenauer Realschule zu besuchen. Von dort hat sich die Zehnjährige auch eine Trommel mitgebracht. Solche Begegnungen will Black and White fördern. Denn, sagt Wolfgang Lieberknecht in seinem Vortrag und erinnert an die Wiege der Menschheit: „Eigentlich sind wir alle Afrikaner.“

Black and White im Internet

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