Puzzl: Völkermord-Verdächtige in Ruanda: Frankreich bat sie, zu entkommen statt sie festzuhalten

Frankreich half Völkermord-Verdächtigen in Ruanda

Ein Dokument soll belegen, dass Frankreich Verdächtige nach dem Völkermord von 1994 schützte

Dem Dokument zufolge bat der französische Botschafter in Ruanda, Yannick Gérard, um Weisung aus dem Pariser Außenministerium, wie mit den Völkermord-Verdächtigen in der Sicherheitszone umzugehen sei. Der Botschafter hielt es demnach für geboten, sie "festzunehmen oder unverzüglich unter Hausarrest zu stellen, damit internationale Rechtsexperten über ihren Fall entscheiden können".

In der Antwort des Pariser Außenministeriums heißt es dagegen, der Botschafter solle "alle indirekten Kanäle und besonders die afrikanischen Kontakte nutzen (...), um den Verdächtigen unseren Wunsch zu überbringen, dass sie die Sicherheitszone verlassen sollen".

Nach Ansicht des französischen Buchautors und Ruanda-Experten François Graner ist die Note "das fehlende Schriftstück" bei der Aufklärung der französischen Verantwortung in Ruanda und "ein zentrales Teil des Puzzles". Der Wissenschafter Graner hatte im vergangenen Juni vom obersten Verwaltungsgericht Frankreichs eine Sondererlaubnis erhalten, die Archive des verstorbenen französischen Präsidenten François Mitterrand zum Völkermord in Ruanda einzusehen.

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