Neue Ebola-Ausbrüche erhärten Verdacht: Durch Vordingen in unberührte Gebiete kommen Tier-Viren

Neuer Ausbruch von Ebola in Afrika bereitet Wissenschaftern Sorge

Sechs Monate nach der Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo ist die Krankheit wieder da. Auch in Guinea wurden Fälle gemeldet – und die Anzahl der Ausbrüche nimmt zu


Die Befürchtung von Wissenschaftern, dass Infektionskrankheiten mit aus dem Tierreich übertragenen Viren künftig immer häufiger auftreten könnten, hat neue Nahrung erhalten. Aus Afrika werden gleich zwei voneinander unabhängige Ausbrüche von Ebola-Epidemien gemeldet: Im westafrikanischen Guinea sollen sich mindestens acht Personen an dem tödlichen Erreger angesteckt haben, vier der Infizierten sind bereits gestorben.

Epidemiologen warnen schon seit längerem davor, dass das Vordringen von Menschen in bislang "wilde" Gebiete die Häufigkeit der Übertragung von Viren aus dem Tierreich deutlich steigern könnte – und die Liste der bisherigen Ebola-Ausbrüche bestätigt das. Während in den ersten zwanzig Jahren nach der Entdeckung des Erregers 1997 im Kongo lediglich sieben Epidemien gemeldet wurden, waren es in den vergangenen zwei Jahrzehnten mehr als 20. Darunter auch die beiden verheerendsten Virenwellen: 2013 in Westafrika, wo sich innerhalb von drei Jahren fast 29.000 Menschen ansteckten und über 11.000 starben; sowie 2018 im Ostkongo, wo dem Virus 2.300 Menschen zum Opfer fielen. Die beiden damaligen Epidemieherde stimmen mit den jetzt gemeldeten exakt überein.

Soll die Bevölkerung in allen drei der vor sieben Jahren betroffenen Länder geimpft werden, wären dazu mehr als 22 Millionen Dosen nötig.

Covid-19 verdrängt Ebola

Mehrere internationale Hilfsorganisationen beschlossen jüngst, einen Vorrat an 500.000 Dosen von Ebola-Impfstoffen zu halten. Dieser soll mithilfe der globalen Impfallianz Gavi finanziert und in der Schweiz gelagert werden. Derzeit stehe allerdings nur ein Bruchteil dieser Zahl tatsächlich zur Verfügung, heißt es in Genf. Beobachter befürchtet bereits, dass die derzeitige Konzentration der Hersteller von Impfstoffen auf Covid-19-Seren zu einer Vernachlässigung des Schutzes gegen Ebola führen könnte. Doch das gängigste Ebola-Serum Ervebo wird vom US-Pharmakonzern Merck hergestellt, der am Covid-19-Impfstoff-Rennen nicht beteiligt ist.

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