Malier suchen Weg aus der Gewalt: Hunderttausende demonstrieren gegen Frankreich, EU, USA und ECOWAS

Am Freitag hat es in mehreren Städten Malis große Demonstrationen gegeben. Hunderttausend Malier unterstützen das Konzept der aus zwei Militärputschen hervorgegangenen militärisch-zivilen Regierung für ein basisdemokratische Neugründung des Staates und eine Verschiebung der Wahlen.

Wir geben Auszüge aus einen Artikeln und Videos wieder. Wir werden an dem Thema dranbleiben. Wir sehen in der Entwicklung in Mali eine Chance die sich in Westafrika ausbreitende Gewalt zu beenden und die Unabhängigkeit afrikanischer Staaten und Gesellschaften gegenüber den sie nach wie vorher beherrschenden westlichen Mächten zu stärken. Auch hat unser Verein in direkter Verbindung steht zu Mamaudau Cissoko, der aus Paris das Konzept der neuen malischen Regierung unterstützt. Wir bitten Euch, Euch mit Eurem Wissen einzubringen und mit uns dafür zu sorgen, dass wir möglichst gut informiert sind und uns nicht für Interessen einspannen lassen, die den Rechten der Malier entgegenwirken.

Die Frankfurter Allgemeine schreibt: Hunderttausende demonstrieren in Mali gegen Frankreich und ECOWAS

Die internationalen Sanktionen gegen Mali haben die größten Proteste seit den monatelangen Demonstrationen gegen den vor eineinhalb Jahren vom Militär gestürzten Präsidenten Ibrahim Boubacar Keïta ausgelöst. Am Freitag gingen in der Hauptstadt Bamako und anderen Städten Hunderttausende Menschen auf die Straßen.

Die Wut richtete sich gegen die westafrikanische Staatengemeinschaft ECOWAS, westliche Regierungen und vor allem gegen Frankreich. „Nieder mit ECOWAS“ und „Tod für Frankreich und seine Verbündeten“ war auf einigen Plakaten zu lesen. Patriotische Lieder wurden gesungen. „Wir wollen ein neues Mali“, sagten Demonstranten in Interviews, „wir brauchen nicht Frankreich, wir brauchen Malier“.

In einer Ansprache an die Nation im Fernsehen hatte der Militärführer und Übergangspräsident Oberst Assimi Goïta zuvor alle Bürger aufgerufen, „ihr Land zu verteidigen“. Führende Geistliche wurden aufgefordert, Gebete für „Malis Rettung“ zu organisieren. Wie Beobachter aus Bamako der F.A.Z. mitteilten, gibt es nur sehr wenige andere Stimmen.

ECOWAS und die Westafrikanische Wirtschafts- und Währungsunion hatten in der vergangenen Woche sehr harsche Sanktionen gegen Mali verhängt, nachdem die Militärregierung eine Verschiebung der Wahlen um bis zu fünf Jahre bekannt gegeben hatte. Ursprünglich hätten die Wahlen am 27. Februar stattfinden sollen. Die Landes- und Luftgrenzen wurden geschlossen, die Handelsbeziehungen beendet und alle Finanzmittel Malis bei der ECOWAS-Zentralbank eingefroren. Internationale Banküberweisungen, von denen viele Bürger abhängen, sind kaum noch möglich.

Die Verschiebung der Wahlen war das Ergebnis eines von der Militärregierung organisierten „nationalen Dialogs“ gewesen, an dem Zehntausende Vertreter der staatlichen Verwaltungsebenen, von der lokalen bis zur nationalen, teilnahmen. Die Regierung unter Goïtas Führung hatte nach dem Putsch gegen den damaligen Präsidenten Keïta eine 18 Monate lange Übergangsfrist bis zu demokratischen Wahlen zugestanden. Bereits im Dezember war klar, dass die Wahlen im Februar nicht stattfinden würden. Viele Malier fordern nach schlechten Erfahrungen mit früheren Wahlen zunächst Reformen der Verfassung und des Wahlrechts.

Die Sanktionen und die aufgeheizte Stimmung gegenüber ECOWAS und den westlichen Nationen kommen in einer Zeit, in der russische Soldaten in Mali gelandet sind, während Frankreichs Truppen schrittweise abziehen.

(Auszüge aus:

Hunderttausende demonstrieren in Mali gegen Frankreich und ECOWAS (faz.net)

Videos über die Demonstrationen in Mali, zuerst in Englisch, dann in Französisch:





more: https://www.youtube.com/watch?v=sCF0NUMHqEs,

https://www.youtube.com/watch?v=_sJIUA9-LPU,

Les sanctions de la Cédéao visant le Mali provoquent des réactions politiques en Côte d’Ivoire • RFI - YouTube

https://www.youtube.com/watch?v=XSHoNRo3aQc

Guinea trägt die Sanktionen nicht mit:

Opposition in Cote dIvore kritisiert die Sanktionen


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