Mehr Bildung für eine gerechtere Welt

Aktualisiert: Jan 12


Die Gruppe Black & White stimmte die Schüler der Abt-Columban- und der Spielwegschule auf den Projekttag „Afrika“ ein. Foto: K. Ruh



MÜNSTERTAL. Mit einem Projekttag „Afrika“ wurden die Schülerinnen und Schüler der Abt-Columban-Schule und der Spielwegschule mit der Kultur, der Wirtschaft und den Lebensbedingungen auf dem ärmsten Kontinent der Erde vertraut gemacht. Die Schulen hatten hierfür die Musikgruppe Black & White gewinnen können, die Vorbereitung hatte Konrektorin Lucia Böhler übernommen, und die Stiftung „Erich Ahrend“ trug maßgeblich zur Finanzierung dieses Projekttages bei.

Die rund 300 Schülerinnen und Schüler wurden in der Aula mit einem kleinen Konzert der Gruppe Black & White auf die Thematik des Tages eingestimmt. Im Anschluss daran durchliefen die Schüler in vier Gruppen nacheinander vier Workshops: Afrikanischer Tanz, Trommelkurs, afrikanische Lieder und ein Vortrag mit Bildern aus Afrika mit wichtigen Basisinformationen zum Kontinent und den Lebensbedingungen der dort lebenden Menschen.

Der Leiter der Gruppe, Wolfgang Lieberknecht, informierte die Kinder und Jugendlichen über den trotz seiner immensen Rohstoffressourcen ärmsten Kontinent der Erde und über die dringend notwendige Umsetzung der „Millenniumsziele“, die 2000 von vielen Regierungschefs der Welt vereinbart worden waren. Der Bekämpfung der extremen Armut und des Hungers – so erfuhren die Schüler – gelte die oberste Priorität. Die große Armut verhindere sowohl eine lebensnotwendige Gesundheitsvorsorge als auch den Zugang zu Bildung. Bildung sei aber der Schlüssel für eine gerechtere Welt, die Voraussetzung für berufliche Entwicklung und für eine verbesserte Arbeitsproduktivität. Mit den „Millenniumszielen“ solle erreicht werden, dass bis 2015 jedes Kind eine Schule besuchen kann. 38 Millionen afrikanische Kinder können dies bis heute nicht.

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Auch die Gesundheitsvorsorge müsse dringend verbessert werden, erklärte Lieberknecht. Betroffenheit bei den Schülern löste die Tatsache aus, dass derzeit pro Stunde allein in Afrika 500 Kinder an Hunger und vermeidbaren Krankheiten sterben müssen. Auch die Müttersterblichkeit sei extrem hoch. Jede zwanzigste Geburt ende auf dem afrikanischen Kontinent mit dem Tod der Mutter. Neben der Bekämpfung schwerer Krankheiten wie HIV/Aids und Malaria müsse die Rolle der Frauen und Mütter in der Gesellschaft verbessert werden.

Klimawandel verschlimmert das Armutsproblem

Nachdenklich wurden die Schüler auch, als sie erfuhren, dass Afrika ohne eigenes Verschulden in einen Teufelskreis geraten sei: Der von den Industrienationen maßgeblich verursachte Klimawandel verschlimmere vor allem das Armutsproblem der afrikanischen Menschen. Missernten auf der einen und Überschwemmungen auf der anderen Seite seien die Folge, aber auch, dass arme Menschen sich alternative Energien nicht leisten könnten.

Die beeindruckende Power-Point-Präsentation hinterließ bei den Kindern und Jugendlichen seine Spuren. Der Umgang mit den in unserem Land im Überfluss vorhandenen Lebensmitteln und der durch Abgase zunehmende Treibhauseffekt machte sie sehr nachdenklich. Im Anschluss lernten die Schüler in Workshops afrikanische Tänze und Lieder kennen und erhielten über einen Trommelkurs einen vertieften Einblick in die afrikanische Kultur und das Wesen der Menschen.

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