Laute Trommelschläge sind aus der Turnhalle der Grund- und Mittelschule zu hören: Ein Tag im Zeichen

Ein Tag im Zeichen des schwarzen Kontinents Grund- und Mittelschüler lernen Kultur, Geschichte und Menschen Afrikas Von Bettina Schwarz P f e f f e n h a u s e n . Laute Trommelschläge sind aus der Turnhalle der Grund- und Mittelschule zu hören. In der kleinen Turnhalle wird getanzt, in einem anderen Raum werden Lieder gesungen. Beim Afrikatag am Freitag lernten Schüler und Eltern viel über die Kultur und die Menschen vom schwarzen Kontinent. Im Rahmen des Projekttages an der Volksschule besuchten vier Afrikaner mit Koordinator Wolfgang Lieberknecht vom Verein „blackandwhite – schwarzundweiß“ die Schüler. Eingeteilt in vier Gruppen lernten die 14 Klassen bei den verschiedenen Stationen Afrika kennen. Beim Sachvortrag über den Kontinent staunten die Schüler, als ihnen Lieberknecht zeigte, wie groß Afrika ist. Auch die vielfältige Flora und Fauna beeindruckte sie. Dass manche Tiere, beispielsweise Affen, auch Haustiere sein können, verblüffte die Schüler. „Ist das in Afrika ?“, fragte der Koordinator und zeigte den Kindern ein Bild von einer Großstadt. „Nein“, waren sie sich einig, doch viele Städte wie Kinshasa in der Demokratischen Republik Kongo sind mit rund neun Millionen Einwohnern deutlich größer als deutsche Städte. Probleme mit Trinkwasser Etwa die Hälfte der Bevölkerung lebt auf dem Land, meistens ohne Wasser- und Stromanschluss. „Der größte Reichtum für die Afrikaner sind viele Kinder“, erklärte Lieberknecht. So werden in 40 Jahren gut zwei Milliarden Menschen auf dem Kontinent leben. Auch erfuhren die Kinder, dass Kakao, Tee, Kaffee und Blumen größtenteils aus Afrika kommen. Viele Probleme gebe es dagegen beim verschmutzten Trinkwasser. „Das ist nicht nur eklig, sondern auch lebensgefährlich.“ Daniel Sarpong hielt in der Turnhalle den Trommelworkshop ab. Der Ghanaer erklärte den Schülern, wie sie ihre Hände richtig halten und wo sie die Trommel berühren müssen. Trommeln ist sein Leben, teilweise ist er einen ganzen Monat mit seinen Kollegen unterwegs und unterrichtet an Schulen, in Kirchen oder Vereinen. „Es muss Spaß machen“, wusste Daniel, der seit zwei Jahren in Deutschland lebt. Seine Kollegin Marina Konan brachte den Schülern afrikanische Tänze bei. „In Afrika wird sehr viel getanzt“, erzählte die Friseurin von der Elfenbeinküste. Aus demselben Land kommt Elisabeth Niamkey, die dort Straßenkinder unterrichtet. Zusammen mit Gabriel Fundi aus der Demokratischen Republik Kongo sangen sie mit den Kindern Lieder auf Suaheli. Die Schüler erfuhren, dass „Buana anakuita milele“ „Der Herrgott ruft dich für immer“ bedeutet und, dass das Lied bei Gottesdiensten in Uganda gesungen wird. Nach der kleinen Gesangsstunde zeigten die beiden Afrikaner den Kindern selbstgebasteltes Spielzeug. Elisabeth brachte ihr Publikum zum staunen, als sie eine schwere Plastikkiste sicher auf dem Kopf trug. Nach einem kleinen Abschlusskonzert fand für die Mittelschüler noch eine Diskussionsrunde statt. Mitmachkonzert Am Nachmittag strömten auch zahlreiche Eltern in die Volksschule. Die Erwachsenen lernten bei den Trommel-, Gesangs- und Tanzworkshops einen Teil der afrikanischen Kultur kennen. Über das „Leben in Afrika“ sprach Wolfgang Lieberknecht und zeigte, wie sich der Verein „blackandwhite“ für Verständigung und Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Kulturen einsetzt. Am Abend fand das große Mitmachkonzert in der Turnhalle statt. Schulleiterin Gabriele Lechner freute sich, dass so viele Gäste erschienen sind und bedankte sich bei der Sparkasse und der Raiffeisenbank für die finanzielle Unterstützung. „Der ganze Tag war ein Feuerwerk afrikanischer Lebensfreude“, war sie begeistert. Anschließend sangen und tanzten nicht nur die vier Afrikaner mit Wolfgang Lieberknecht, sondern auch die Kinder zeigten, was sie am Vormittag gelernt hatten. Unter den traditionellen Liedern waren auch bekannte Titel, beispielsweise „Waka Waka“ oder „Pata Pata“. Die meisten Kinder hielt es nicht mehr auf den Plätzen und so belagerten sie die Bühne und tanzten mit Gabriel, Elisabeth, Marina und Daniel. Den Schülern hat der Tag sehr gut gefallen. „Besonders das Tanzen und Trommeln“ machte Michelle, Mina und Lisa viel Spaß. Die Mädchen fanden die vier Afrikaner „super nett“. Beim Vortrag von Wolfgang Lieberknecht erfuhren die Schüler viele interessante Sachen. „Wir haben nicht gewusst, dass wir von den Afrikanern abstammen“, gaben Christoph, Stefan, Okan, Milad und Stephan zu. Auch war für sie neu, dass „die Europäer die Afrikaner angegriffen haben.“ Gabriele Lechner blickte stolz auf den Afrikatag zurück: „Das war ein voller Erfolg und eine gelungene Maßnahme zur Völkerverständigung, das unser Leitbild, Kinder zu Toleranz und Demokratie zu erziehen, verstärkt.“ Völkerverständigung: Gabriel brachte den Schülern afrikanische Lieder und Tänze bei. (Fotos: sb) Keine Probleme hat Elisabeth damit, die schwere Kiste zu tragen. Marina zeigte den Schülern traditionelle afrikanische Tänze. „Trommeln ist mein Leben“: Daniel gab sein Talent an die Schüler weiter. Als die Gruppe mit dem Mitmachkonzert begann, hielt es keinen der Schüler, Eltern, Lehrer und Ehrengäste auf den Sitzen. Brachten ein Stück Afrika in die Schule: Wolfgang Lieberknecht (v. l.), Daniel Sarpong, Elisabeth Niamkey (oben), Marina Konan und Gabriel Fundi.

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