Kriegsleid im Süden wird nur zum Thema im Norden, wenn seine Soldaten sterben. Lasst uns das ändern

Aktualisiert: Feb 6

Von den 238 Kriegen von 1945 bis 2007 fanden statt: in Asien 68, in Afrika südlich der Sahara 64, im Vorderen und Mittleren Orient 60, in Süd- und Mittelamerika 30 und in Europa 16. In Nordamerika fand überhaupt kein Krieg statt 1945 wurde Krieg verboten, doch schon bis 1997 wurden in Afrika 52 Kriege geführt (initiative-blackandwhite.org).


Die Staaten aus dem globalen Norden sind mit direkten oder indirekten Militärinterventionen massiv an vielen dieser Kriege beteiligt, vor allem die USA, Großbritannien und Frankreich; zunehmend aber auch wieder Deutschland und kleinere europäische Staaten.


Der französische Philosoph Alain Badiou meint, dass der Norden die Kriege führt oder unterstützt, um die im Süden im vergangenen Jahrhundert erreichte nationale Unabhängigkeit wieder zu zerstören, um sich so wieder die Rohstoffkontrolle zu sichern: Man könne zwar die Länder nicht wieder direkt kolonialisieren, aber durch Eskalation der Spaltungen in diesen Ländern die nationale Einheit zerstören. Über Milizen oder Diktatoren, mit denen man dann zusammenarbeite, könne man auch auf diesem Weg an die Rohstoffe kommen. Und man schafft sich zudem einen dauerhaften Absatz für seine Rüstungsindustrie. Viele Unternehmen des militärisch-industriellen- und Rohstoffkomplexes verdienen so kräftig an den Kriegen. Auch der frühere US-Präsiden Eisenhower hatte bereits in den 60er Jahren vor dem Einfluss des Militärisch-Industriellen Komplexes als Gefahr für die Demokratie gesprochen (unten gehen wir darauf ein.



Im globalen Norden trifft das Kriegsleid die im Krieg eingesetzten Soldaten und ihre Familien. Nur in den USA wurde das zum großen Thema, als im Vietnamkrieg nicht nur Millionen Vietnamesen starben, sondern auch Zehntausende junger Amerikaner.

Dieser Krieg bedrohte das Leben von Mitgliedern von US-Familien; auch Familien der Mittelklasse. Sie begannen diese Kriegspolitik in Frage zu stellen und sich schließlich gegen sie zu wenden. Von den USA ausgehend entwickelte sich dann eine globale Antikriegsbewegung; sie konnte dazu beitragen, das die US-Regierung den Krieg in Vietnam beenden musste und Vietnam seine Unabhängigkeit durchsetzen konnte.

Trump inszenierte sich als Gegner der US-Kriege. "Die Führungsschicht des Pentagons wolle Kriege führen und Rüstungsunternehmen glücklich machen, sagt Donald Trump. Er wolle nur „endlose Kriege“ (Pentagon: Trump wirft Generalen Kriegslust vor (faz.net)). Er wurden dann vor allem auch in den Wahlkreisen mit vielen in den Kriegen im Nahen Osten getöteten Soldaten gewählt worden.


Und jetzt bringt der Verlust französischer Soldaten in Mali die Diskussion über den Sinn von Militäreinsätzen wieder in den globalen Norden. "Frankreich hadert mit dem Einsatz gegen die Jihadisten im Sahel – doch ein Ende ist nicht in Sicht

Der Tod von fünf Soldaten im Sahel hat in Frankreich die Debatte über die Militäroperation «Barkhane» neu befeuert. Ein Strategiewechsel ist nicht ausgeschlossen." Operation Barkhane: Frankreichs Dilemma im Sahel (nzz.ch)

Im globalen Norden sind die mächtigen Kriegsgewinner, die nicht daran interessiert sind, das Kriegsleid im Süden (und für die Familien der Soldaten im Norden) bekannt zu machen. Sie sind in den Parteien und Medien haben die Interessengruppen die durch die Kriege gewinnen, großen Einfluss.


Anhang:

Militärisch-industrieller Komplex

Militärisch-industrieller Komplex: übersetzung


Der Begriff Militärisch-industrieller Komplex wird in gesellschaftskritischen Analysen zur Beschreibung der engen Zusammenarbeit und der gegenseitigen Beziehungen zwischen Politikern, Vertretern des Militärs sowie Vertretern der Rüstungsindustrie verwendet. In den USA gelten Denkfabriken als mögliche weitere involvierte Interessengruppe. Inhaltsverzeichnis

  • 1 Prägung des Begriffs

  • 2 Kennzeichen und Merkmale

  • 3 Militärisch-industrieller Komplex in der Bundesrepublik

  • 4 Rezeption

  • 5 Literatur

  • 6 Weblinks

  • 7 Einzelnachweise

Prägung des Begriffs Das Konzept eines militärisch-industriellen Komplexes wurde 1956 durch den amerikanischen Soziologen Charles Wright Mills unter dem Titel The Power Elite (deutsch: „Die amerikanische Elite: Gesellschaft und Macht in den Vereinigten Staaten“) geprägt. Mills stellt die engen Interessenverbindungen zwischen Militär, Wirtschaft und politischen Eliten im Amerika nach dem 2. Weltkrieg dar. Einschlägig ist dabei vor allem das 9. Kapitel „The Military Ascendancy” (deutsch: „Der Aufstieg des Militärs“). Der Terminus „militärisch-industrieller Komplex“ kommt bei Mills nicht vor. Er spricht vom "military establishment". Mills sah darin eine ernsthafte Bedrohung für den demokratischen Staatsaufbau und ein Risiko für militärische Auseinandersetzungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion. In der Kritik der Einflussnahme des Militärs auf Wissenschaft und Forschung nennt Mills unter anderem als Beispiel, dass Eisenhower als Ex-General Leiter der Universität von Columbia war. (Vgl. Mills; S. 219). Ausgerechnet Eisenhower hat später die Kritik von Mills aufgegriffen und den Begriff des militärisch-industriellen Komplexes geprägt: Popularität erlangte der Begriff durch den US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower, der in seiner Abschiedsrede vom 17. Januar 1961 ausdrücklich vor den Verflechtungen und Einflüssen des militärisch-industriellen Komplexes in den USA warnte. Eisenhower, der selbst einst Generalstabschef der Armee war, sah wie Mills den militärisch-industriellen Komplex als eine Gefahr für die demokratischen Institutionen und die Demokratie an. Durch die Einwirkung dieses Komplexes auf Arbeitsplätze und Wirtschaftskraft könne die politische Führung veranlasst werden, Konflikte eher militärisch als politisch lösen zu wollen und damit als verlängerter Arm der Lobby der Rüstungsindustrie agieren: "In the councils of government, we must guard against the acquisition of unwarranted influence, whether sought or unsought, by the military-industrial complex. The potential for the disastrous rise of misplaced power exists and will persist. We must never let the weight of this combination endanger our liberties or democratic processes. We should take nothing for granted. Only an alert and knowledgeable citizenry can compel the proper meshing of the huge industrial and military machinery of defense with our peaceful methods and goals, so that security and liberty may prosper together.""Wir in den Regierungsräten müssen uns vor unbefugtem Einfluss -- beabsichtigt oder unbeabsichtigt -- durch den militärisch-industriellen Komplex schützen. Das Potential für die katastrophale Zunahme fehlgeleiteter Kräfte ist vorhanden und wird weiterhin bestehen. Wir dürfen es nie zulassen, dass die Macht dieser Kombination unsere Freiheiten oder unsere demokratischen Prozesse gefährdet. Wir sollten nichts als gegeben hinnehmen. Nur wachsame und informierte Bürger können das angemessene Vernetzen der gigantischen industriellen und militärischen Verteidigungsmaschinerie mit unseren friedlichen Methoden und Zielen erzwingen, so dass Sicherheit und Freiheit zusammen wachsen und gedeihen können."[1]Kennzeichen und Merkmale Von einem militärisch-industriellen Komplex wird gesprochen, wenn es in einer Gesellschaft Phänomene dieser Art gibt:

  • ausgeprägte Lobby-Arbeit von Vertretern der Militärindustrie,

  • zahlreiche persönliche Kontakte zwischen Vertretern des Militärs, der Industrie und der Politik,

  • intensiver Personalaustausch zwischen den Führungspositionen von Militär, Wirtschaft und staatlicher Verwaltung, insbesondere wenn Vertreter des Militärs oder der Politik auf wesentlich besser dotierte Posten in dieser Industrie wechseln,

  • intensive, durch staatliche Aufträge maßgeblich gestützte Forschung im Bereich neuartiger Waffensysteme,

  • gezielte Beeinflussung demokratischer Kontrollgremien und der öffentlichen Meinung durch eine übersteigerte Sicherheitsideologie.

Militärisch-industrieller Komplex in der Bundesrepublik In der Bundesrepublik Deutschland ist der Begriff Militärisch-industrieller Komplex im Zusammenhang mit der Starfighter-Affäre unter Verteidigungsminister Strauß verwendet worden. Heute wird er eher selten verwendet, da die – beispielsweise im Fall Holger Pfahls – offenkundig gewordene Verknüpfung von Politik und Wirtschaft heute als Problematik gesehen wird, die nicht nur auf die Rüstungsindustrie beschränkt ist. Rezeption Der Historiker John Lewis Gaddis, dessen Forschungsschwerpunkt den Kalten Krieg umfasst, kritisiert mehrere inhaltliche Voraussetzungen des Begriffs vom militärisch-industriellen Komplex. In seinem Artikel The Long Peace - Elements of Stability in the Postwar International System[2] in dem er das Ausbleiben eines Dritten Weltkrieges untersucht, stellt er die ideengeschichtliche Anlehnung der These an den leninistisch orientierten, monopolkapitalistischen Imperialismusbegriff fest. Gaddis sieht den Begriff vor allem im Widerspruch zur Empirie. Einerseits sei das Verteidigungsbudget der Vereinigten Staaten unter Harry S. Truman zwischen 1945 und 1950 niedrig gewesen, andererseits hätten gerade zur Zeit des Vietnamkrieges unter Gerald Ford (The Great Society) und Richard Nixon umfangreiche sozialpolitische Maßnahmen zu Lasten des Verteidigungsbudgets eingesetzt. Darüber hinaus weise die Existenz eines solchen militärisch-industriellen Komplexes an sich nicht zwangsläufig auf eine imperialistische Motivation hin, da konventionelle und nukleare Abschreckung gleichermaßen für das Militär eine hinreichende Daseinsberechtigung darstellen würden. Des Weiteren weist Gaddis auf ein bis dahin eher sporadisch untersuchtes Netzwerk aus ähnlichen Institutionen in der Sowjetunion hin. Der Dokumentarfilm Why We Fight, im Jahr 2005 produziert, wendet den Begriff auf die damalige Verwicklung der Vereinigten Staaten in den Krieg in Afghanistan seit 2001 und den Irakkrieg an. Militärisch-industrieller Komplex (deacademic.com)


Uns kommt es mit unserer Nachrichtenarbeit auf dieser Seite nicht nur darauf an, mehr über das Kriegsleid und seine Ursachen zu erfahren oder bekanntzumachen. Wir wollen dazu beitragen, den Krieg von der Welt zu verbannen und das Kriegsleid zu beenden. Dazu sind viel mehr Menschen erforderlich, die sich dafür engagieren und gemeinsame Kräfte schaffen. Dafür ist auch afrikanisch-europäische Zusammenarbeit erforderlich Wir würden uns freuen, wenn Du mit uns ein überparteiliches zivilgesellschaftliches afrikanisch-europäisches Team aufbaust, das sich nachhaltig und gemeinsam für Frieden in Westafrika engagiert. Hier kannst Du Dich in dem Team registrieren: Wir laden Dich dann zu Online-Konferenzen ein, um das gemeinsame Engagement zu beginnen: Frieden fördern in Afrika Team/Team to Promote Peace in Africa | Black and White (initiative-blackandwhite.org)


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