Ringen um gerechten Frieden im Niger-Delta: Shell muss Bauern entschädigen. Hoffnung für den Süden

Aktualisiert: Feb 6

Shell muss nigerianische Bauern entschädigen Nach jahrelangem Rechtsstreit setzt sich David gegen Goliath durch. Erst lief Öl aus, jetzt fließt Geld - wie viel, ist noch offen. Umweltschützer jubeln.

Ein nigerianisches Tochterunternehmen des Ölriesen Shell muss Bauern in dem Land für massive Umweltverschmutzung entschädigen. Das Unternehmen sei für Schäden haftbar zu machen, die 2004 und 2005 durch Lecks in Ölpipelines entstanden, befand ein Berufungsgericht im niederländischen Den Haag. Die Höhe der Zahlung wird später bestimmt.

Ein nigerianisches Tochterunternehmen des Ölriesen Shell muss Bauern in dem Land für massive Umweltverschmutzung entschädigen. Das Unternehmen sei für Schäden haftbar zu machen, die 2004 und 2005 durch Lecks in Ölpipelines entstanden, befand ein Berufungsgericht im niederländischen Den Haag. Die Höhe der Zahlung wird später bestimmt.



Der Mutterkonzern Royal Dutch Shell hatte argumentiert, die Öllecks in dem Fördergebiet seien durch Sabotage entstanden; die Klage müsse in Nigeria verhandelt werden. Dem folgte das Gericht nicht. Es führte die meisten der undichten Stellen auf schlechte Wartung zurück.

Die Richter kamen zu dem Schluss, der Konzern mit Sitz in Den Haag habe eine "Sorgfaltspflicht". Shell wurde dazu verurteilt, alte Ölleitungen mit Sensoren zur Entdeckung von Lecks auszurüsten.

(88) Four Nigerian farmers sued Shell for the oil pollution - YouTube

Beobachter werten das jüngste Urteil als wegweisend für die Rechtsverantwortung und Haftung großer Unternehmen, da Forderungen gegen eine ausländische Tochterfirma am Hauptsitz des Konzerns durchgesetzt werden konnten. Im rohstoffreichen Nigerdelta gab es infolge der Ölförderung immer wieder Fälle schwerster Umweltverschmutzung. Auch gegen Shell werden weitere Vorwürfe erhoben.



Shell muss nigerianische Bauern entschädigen | Aktuell Welt | DW | 29.01.2021


"Dieses Urteil gegen den Multi Shell gibt Hoffnung für die Menschen im Nigerdelta" und den Süden


"Endlich gibt es gerechtigkeitskräftig für das nigerianische Volk, das unter den Folgen des Shell-Öls leidet", sagte Eric Dooh, einer der nigerianischen Kläger, in einer Erklärung, die von Friends of the Earth Netherlands veröffentlicht wurde und die den Fall unterstützte. "Dieses Urteil gibt Hoffnung für die Zukunft der Menschen im Nigerdelta."

"Das ist eine fantastische Nachricht für die Umwelt und die Menschen, die in Entwicklungsländern leben", sagte der niederländische Leiter der Friends of the Earth, Donald Pols.

"Das bedeutet, dass die Menschen in den Entwicklungsländern die multinationalen Konzerne übernehmen können, die ihnen schaden."

'Finally some justice': court rules Shell Nigeria must pay for oil damage | Global development | The Guardian

(88) Shell companies in Nigeria: Over 50 years of operations - YouTube


Kampf um Gerechtigkeit im Niger-Delta Diese Woche sollte ein Prozess gegen Royal Dutch Shell beginnen. Dabei sollte die Mitverantwortung des Konzerns am Tod des nigerianischen Menschenrechtlers Ken Saro-Wiwa geprüft werden. Der Prozess wurde verschoben.

Seit Ende der 50er Jahre wird in Nigeria Erdöl unter miserablen Umweltstandards gefördert. International bekannt wurde der Widerstand im Niger-Delta mit dem Aufstand des Ogoni-Volkes Anfang der 90er Jahre, der in der Ermordung des Schriftstellers und Ogoni-Führers Ken Saro-Wiwa durch ein Kommandogericht der nigerianischen Militärdiktatur gipfelte. Zusammen mit ihm wurden weitere acht Mitstreiter gehenkt. Mit Ken Saro-Wiwa hatte das Militärregime nicht nur einen bekannten Schriftsteller zum Schweigen gebracht, sondern auch einen Vorkämpfer für die Rechte des Ogoni-Volkes, eine von rund 250 Volksgruppen Nigerias. Saro-Wiwa hatte den gewaltfreien Widerstand gepredigt. Doch damit ist es heute, 14 Jahre nach seiner Ermordung, vorbei. Aufgrund der harten Repressionen des Militärs wählte die neue Generation den Weg des bewaffneten Kampfes.

Aufruf zum „totalen Krieg“

Mitglieder der Rebellengruppe "MEND"

Im Süden Nigerias ist die Rebellenorganisation „Bewegung zur Befreiung des Niger-Deltas“ (MEND) aktiv. Sie haben der Regierung den Kampf angesagt und zu einem „totalen Krieg“ in der erdölreichen Region aufgerufen. In einer vor zwei Wochen veröffentlichten Erklärung wurden alle Männer im kampffähigen Alter aufgefordert, sich daran zu beteiligen. Gegen die Aufständischen geht die Regierung mit allen Mitteln vor: neben Bodentruppen kommen sowohl Militärboote als auch Kampfflugzeuge zum Einsatz. Die Rebellen beschuldigen die nigerianische Luftwaffe bei ihren Angriffen wehrlose Zivilisten getötet zu haben, darunter auch Frauen und Kinder.

Kampf um Gerechtigkeit im Niger-Delta | Afrika | DW | 28.05.2009


Schmutzige Ölförderung

Uno fordert Großreinemachen im Niger-Delta

Verseuchtes Wasser, verschmutzte Böden, Ölgestank in der Luft: Seit Jahrzehnten wird das Niger-Delta durch systematische Ölförderung stark verschmutzt. Ein neuer Uno-Bericht zeigt, wie nötig eine Kraftaktion zum Saubermachen ist - und wie teuer.


Lagos - Seit Jahrzehnten werden die riesigen Ölvorkommen im westafrikanischen Nigeria ausgebeutet, ohne Rücksicht auf Bevölkerung und Umwelt. Eine neue Studie des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (Unep) belegt nun, wie schwer die ökologischen Schäden im Niger-Delta tatsächlich sind - und wie lange ihre Beseitigung dauern würde, wenn die Arbeiten denn überhaupt jemals ersthaft begonnen werden.

In der betroffenen Region Ogoniland könnte dem Bericht zufolge die größte Aufräumaktion der Welt notwendig sein. Dafür kalkulieren die Unep-Experten Kosten von zunächst einer Milliarde Dollar und einen Zeitraum von bis zu 30 Jahren. Unep empfiehlt die Einrichtung eines Sonderfonds für Ogoniland, in den die Ölunternehmen und die nigerianische Regierung eine Milliarde Dollar einzahlen sollen. Aus dem Topf sollten zumindest die ersten fünf Jahre des Großreinemachens bezahlt werden.

Schmutzige Ölförderung: Uno fordert Großreinemachen im Niger-Delta - DER SPIEGEL


Uns kommt es mit unserer Nachrichtenarbeit auf dieser Seite nicht nur darauf an, mehr über das Kriegsleid und seine Ursachen zu erfahren oder bekanntzumachen. Wir wollen dazu beitragen, den Krieg von der Welt zu verbannen und das Kriegsleid zu beenden. Dazu sind viel mehr Menschen erforderlich, die sich dafür engagieren und gemeinsame Kräfte schaffen. Dafür ist auch afrikanisch-europäische Zusammenarbeit erforderlich Wir würden uns freuen, wenn Du mit uns ein überparteiliches zivilgesellschaftliches afrikanisch-europäisches Team aufbaust, das sich nachhaltig und gemeinsam für Frieden in Westafrika engagiert. Hier kannst Du Dich in dem Team registrieren: Wir laden Dich dann zu Online-Konferenzen ein, um das gemeinsame Engagement zu beginnen: Frieden fördern in Afrika Team/Team to Promote Peace in Africa | Black and White (initiative-blackandwhite.org)

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