Islamisten ernten, was internationale Konzerne und korrupte Regierungen Einheimischen tun- Mosambik

In Nordmosambik weitet sich ein islamistischer Aufstand aus. Die Region wurde von der Zentralregierung vernachlässigt. Seit zehn Jahren werden Einheimische gewaltsam von der Regierung von ihrem Land vertrieben. Die Regierung hat internationalen Konzernen Rubin-, Bergbau- und Gasexplorationskonzessionen gewährt und will mit der Vertreibung der Menschen deren Förderung ermöglichen.

Für die Menschen ist ihr Land aber ihre Lebensgrundlage, ihre Quelle für Einkommen, Nahrung, Unterkunft.

Dieses Vorgehen der Konzerne und der Regierung macht Menschenrechtsaktivist David Matsinhe für die inzwischen aufgekommene islamitische Gewalt vor allem verantwortlich:

Die Einheimischen "sagen, es sind nur Außenstehende, die hierher kommen, um davon zu profitieren, und wir sitzen hier und beobachten sie." Diese Missstände hätten den Konflikt mehr angeheizt als irgendeinen Einfluss internationaler Terrorgruppen.

"Wenn sie davon sprechen, dass der radikale Prediger junge Menschen radikalisiert, vergessen sie, dass die Regierung etwa 80 % der Arbeit für den radikalen Prediger getan hat. Er kommt einfach zur Ernte."

Mosambik ist reich an Ressourcen, doch seine Einwohner zählen zu den ärmsten Menschen der Welt.

Die Region ist reich an unerschlossenen Bodenschätzen. Im Jahr 2010 wurden riesige Gasreserven im Rovuma-Becken vor der Küste von Cabo Delgado entdeckt wurden. Doch bisher kam bei dem Großteil der knapp 30 Millionen Mosambikern wenig von dem Reichtum an, und daran dürfte sich kurzfristig auch nichts ändern.

Seit Beginn des Aufstands wurden im Norden Mosambiks laut dem Armed Conflict Location and Event Data Project (ACLED) mehr als 1000 Menschen getötet und mehr als 100 000 vertrieben.



Schon 2014 gab es dieses Warnung: Mosambik im Rausch der Rohstoffe – Gold, Erdgas und ein armes Land

"In den vergangenen Jahren wurden im afrikanischen Staat Mosambik reiche Vorkommen an Gold und Erdgas entdeckt. Nun hofft die arme Bevölkerung, von der Förderung zu profitieren und tatsächlich wächst die Wirtschaft stark an. Experten vermuten jedoch, dass von den Einnahmen nicht viel bei der Bevölkerung ankommen wird. Gutbezahlte Jobs werden vermehrt an Personal aus dem Ausland vergeben, währenddessen fürchten Kritiker, dass die korrupte Regierung des Landes sich selbst die Taschen füllt. Was bringen die Rohstoffe dem Land wirklich?"

German Trade and Invest informiert die Anleger über ihre Chancen: "Mosambik intensiviert Suche nach mineralischen Rohstoffen Konzessionen ausgeschrieben / Von Marcus Knupp

Berlin (GTAI) - Der Untergrund Mosambiks ist noch weitgehend unerforscht. Nach umfangreichen Erdgasfunden setzt das südostafrikanische Land auf die Ausbeutung weiterer Rohstoffe. " Mosambik intensiviert Suche nach mineralischen Rohstoffen | Branchenbericht | Mosambik | Bergbau und Rohstoffe, übergreifend (gtai.de)

Kann die Menschenrechtsbewegung die Nord-Mosambikaner nicht gegen dieses gewaltsame Vorgehen internationaler Konzerne und von ihnen profitierender afrikanischer Eliten schützen? Wo ist der Protest der westlichen Regierungen? Wo die Androhung von Sanktionen?

Werden die Probleme der Menschen im globalen Süden immer nur dann wahrgenommen, wenn sie sich radikalisieren lassen, weil sie nur noch in Islamisten Verteidiger ihrer Rechte sehen?

Es ist dringlich, sich zu engagieren, um den tödlichen negativen Kreislauf zu stoppen.

Bischof forderte schon vor Monaten die Solidarität der Weltgemeinschaft für Nordmosambik

Terror und Vertreibung

Über 1.000 Menschen sind in Nordmosambik durch Terroranschläge ums Leben gekommen. 250.000 Menschen wurden vertrieben. Die Welt dürfe der Situation in der destabilisierten Provinz nicht länger zusehen, fordert der Bischof von Pemba. Der mosambikanische Bischof Luiz Fernando Lisboa hat internationale Unterstützung für die Terrorismus-Opfer im Norden seines Landes gefordert. "Die Bewohner sind auf Solidarität angewiesen", sagte der Bischof von Pemba dem katholischen Nachrichtendienst "ACI Africa". Nicht nur gelte es, die bewaffneten Kämpfe in der Unruheprovinz Cabo Delgado zu beenden, auch die mehr als 250.000 Vertriebenen bräuchten dringend Hilfe in Form von Nahrung, Medizin und Kleidung, so der aus Brasilien stammende Geistliche. "Wir appellieren an die internationale Gemeinschaft, uns zur Hilfe zu kommen." Immer wieder Terroranschläge Seit drei Jahren kommt es in Cabo Delgado, an der Grenze zum nördlichen Nachbarland Tansania, immer wieder zu Anschlägen durch die islamistische Miliz "al-Shabaab". Eine Verbindung zur gleichnamigen Terrorgruppe in Ostafrika besteht nicht. Bislang forderten die Anschläge der Extremisten mehr als 1.100 Opfer. Bischof Lisboa erklärte, die Kämpfe zwischen Armee und den Bewaffneten hätten die Provinz "komplett destabilisiert".

Quelle:

How did a 'cocktail of violence' engulf Mozambique’s gemstone El Dorado? | Global development | The Guardian

Mosambik - "Wahllos, grausam und teuflisch" - Politik - SZ.de (sueddeutsche.de)

Bischof fordert Solidarität der Weltgemeinschaft für Nordmosambik | DOMRADIO.DE - Katholische Nachrichten

Mosambik im Rausch der Rohstoffe – Gold, Erdgas und ein armes Land (uni.de)

Basisinfos: Mosambik – Wikipedia, Mosambik (giz.de)

Mosambik intensiviert Suche nach mineralischen Rohstoffen | Branchenbericht | Mosambik | Bergbau und Rohstoffe, übergreifend (gtai.de)

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