„Im Grundschulalter sind die Heranwachsenden noch dabei, ihre Meinung zu bilden, deshalb ist dies di

289 Grundschüler bei Afrika-Tag in Bodenheim

25.06.2013 – BODENHEIM

Von Neli Mihaylova

Mareike (11), Amelie (10) und Laura (9) sind begeistert: „Das macht so viel Spaß“, rufen sie fast gleichzeitig. 50 Minuten lang haben die drei Mädchen gemeinsam mit ihren Klassenkameraden im zweiten Stock der Bodenheimer Grundschule getrommelt. Nach einer Pause gehen sie nun zu einem Vortrag zum Thema Afrika.

In der Bodenheimer Grundschule findet ein Afrika-Tag statt. Sechs Betreuer aus der Elfenbeinküste, Kongo, Ghana, Uganda und Kenya zeigen den 289 Schülern landestypische Tänze und Lieder und bringen ihnen das Trommeln bei.

„Mit dem Erlös aus dem Frühlingsbasar, den wir im März organisiert haben, haben wir den Besuch des Vereins ‚Initiative Black and White‘ finanziert“, erklärt Schulleiter Stephen Roth.

Nach den Workshops am Vormittag, werden nachmittags Rastazöpfe geflochten. Der Tag endet mit einem Mitmachkonzert um 18 Uhr.

„Wir haben 80 afrikanische Trommeln mitgebracht und werden gemeinsam mit den Kindern auftreten“, erzählt Wolfgang Lieberknecht, Koordinator des Aktionstages.

Gegen Ausländerfeindlichkeit

Der in den neunziger Jahren gegründete Verein „Initiative Black and White“ reist durch ganz Deutschland und tritt an Grundschulen auf. „Wir haben in diesem Jahr rund 100 Auftritte. In Bodenheim sind wir nun zum ersten Mal“, beschreibt Lieberknecht.

Eine Ursache für Ausländerfeindlichkeit ist laut dem Koordinator die Unwissenheit: „Viele Leute kennen keine Menschen aus Afrika und wissen nicht, was in diesen Ländern los ist“, so Lieberknecht. Dies gelte es zu ändern, erläutert er weiter.

Mit dem Aktionstag will der Verein den Kindern die afrikanische Kultur näher bringen: „Im Grundschulalter sind die Heranwachsenden noch dabei, ihre Meinung zu bilden, deshalb ist dies die richtige Zeit, um ihnen beizubringen, dass wir alle, unabhängig von der Hautfarbe, zu einer menschlichen Familie gehören“, erläutert Lieberknecht.

Inzwischen ist die nächste Gruppe im zweiten Stock angekommen. Betreuer Roger Nsambu aus Uganda gibt den Rhythmus vor. Die Kinder brauchen nicht lange, um ihn zu wiederholen.

Nach jeder Trommel-Übung kommt eine kurze Massage für die Hände: „Ich will, dass die Kinder dabei Spaß haben. Trommeln ist oft schmerzhaft, deshalb ist es wichtig, dass man Pausen macht“, erzählt Nsambu. Manche wollen jedoch gar nicht aufhören und schlagen einfach weiter ihre Trommeln. Nach der Übung verlassen die Kinder mit strahlenden Gesichtern den Raum: „Ich habe meine Aufgabe erfüllt“, freut sich Nsambu.

http://www.allgemeine-zeitung.de/region/mainz/vg-bodenheim/bodenheim/13205303.htm

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