Hechingen: Das Lächeln ist beim Trommeln wichtig – Die Gruppe war 2009 schon an der Hechinger


Die kleine Rosa, hier auf dem Arm ihrer Mutter, war der heimliche Star der Musikergruppe Black und White.

Hechingen Das Lächeln ist beim Trommeln wichtig

Julia Brenner, 26.02.2015 10:36 Uhr

Hechingen – Beim Eine-Welt-Schulprojekttag mit der Musikergruppe “Black & White” wurde gestern an der Hechinger Werkrealschule getrommelt, getanzt, gesungen und informiert. Höhepunkt war ein gemeinsames Konzert aller Schüler mit den Musikern aus Afrika.

Im Schulhaus der Hechinger Werkrealschule klingt es ganz anders als sonst. “Hakuna Matata”, grüßt ein Schüler auf dem Schulhof seine Freunde. Gesang hallt durch die Flure. Was man da hört, sind die Workshops, die die Musiker der Gruppe “Black & White” an der Werkrealschule im Rahmen ihres Projekttages “Trommeln für die eine Welt” veranstalten. Alle 250 Hechinger Werkrealschüler haben gestern daran teilgenommen.


Tanz-Workshop

Trommeln mit Daniel aus Ghana

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Im Musikraum beginnt für die Mittelstufe gerade der Workshop mit Trommellehrer Daniel aus Ghana. Er erzählt, dass er seit 2009 in Deutschland lebt. Er erzählt auch, dass es in seinem Heimatland Ghana unzählige verschiedene Sprachen und Dialekte gibt und die Amtssprache Englisch ist. Elf Jahre lang hat er in Italien gelebt, italienisch spricht er also auch. “Und manchmal spreche ich falsch Deutsch, dann müsst ihr mir bitte helfen.” Der Ghanaer hat die Schüler trotz seiner manchmal noch holprigen Sätze gut im Griff und erklärt ihnen in knappen Worten, wie man die Djembé-Trommeln korrekt hält. Die Trommeln werden zwischen die Beine geklemmt, “der Popo muss nach vorne”, eine Hand in die Mitte der Trommel. “Und jetzt bitte ein bisschen lächeln und ein bisschen Bewegung”, sagt der Lehrer, “ihr sollt zufrieden sein und Spaß haben, nicht schlapp wie ein 90-jähriger Opa!” In den Reihen wird gekichert. “Alle zusammen”, fordert Daniel. Und dann wird losgelegt und nach ein paar Minuten klappt es tatsächlich schon ganz gut mit dem gemeinsamen Rhythmus.


In der Turnhalle hat sich um Eunice Lieberknecht, die ebenfalls zur Gruppe gehört, derweil ein ganzes Knäuel von quietschenden Schülerinnen gebildet. Den Grund dafür trägt Eunice auf dem Arm. Es ist ihre kleine Tochter Rosa, die ihre Eltern auf der Tour durch die Schulen begleitet. Das Baby erträgt die Begeisterung, die es auslöst, mit stoischer Gelassenheit.

Kurz darauf üben die Klassen 5 und 6 in der Halle einen Tanz ein. In einem anderen Raum wird gesungen und eine weitere Gruppe bekommt mit einem Powerpointvortrag eine Einführung in globale Zusammenhänge und das Leben und die Sprachen in Afrika. Dabei informiert die Gruppe zu Sklavenhandel, Kolonialisierung, der heutigen Weltordnung und darüber, wie man sich für gerechte afrikanisch-europäische Beziehungen einsetzen kann.

Die Initiative “Black&White” ist mit ihrem mobilen Projekttag “Trommeln für die Eine Welt” in Schulen in ganz Deutschland unterwegs. Die fünf Mitglieder kommen aus Ghana, dem Kongo, Uganda und Deutschland. “Trommeln für die Eine Welt” sei als Erlebnistag aufgebaut, bei dem die Schüler selbst viel mitmachen, informiert die Gruppe, “weil viel mit persönlicher Begegnung zu tun hat, mit Menschen anderer Hautfarbe, Religion, Nationalität.”

Die Gruppe war 2009 schon an der Hechinger Werkrealschule zu Gast, erzählt Schulleiterin Ursula Schön. Nach einem Eine-Welt-Auftaktkonzert und den vier parallelen Workshops gab es gestern ein großes, gemeinsames Abschlusskonzert.

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