Haupt- und Realschule in Herzberg: Anfangs seien die Schüler skeptisch gewesen und hätten eher verha

Projektwoche „Afrika“ an Haupt- und Realschule in Herzberg „Haben eine moralische Verpflichtung“


Herzberg (nza). Gleichmäßig, laut und mit tiefen, wohlklingenden Tönen dröhnt es in der Turnhalle der Herzberger Hauptschule. „Jetzt alle gleichzeitig“, fordert Ivon Nolula etwa 60 Schüler der Herzberger Haupt- und Realschule, die alle eine Trommel in der Hand halten, auf. Ivon Nolula ist Mitglied der Gruppe „Black and white“, die am Montag und Dienstag im Rahmen der Projektwoche der Schule in Herzberg gastierte. Thema der Projektwoche: Afrika. An den ersten beiden Tagen standen afrikanisches Trommeln, Singen und Tanzen sowie ein Vortrag, der Afrika aus verschiedenen Blickwinkeln vorstellt, für die Schüler auf dem Programm. „Wir haben ‚Black and white‘ absichtlich als Einstieg gewählt, um die Schüler für das Thema zu motivieren“, erklärt Schulleiterin Brigitte Maniatis. Anfangs seien die Schüler skeptisch gewesen und hätten eher verhalten reagiert. Doch sei der Funke schnell übergesprungen. Jetzt, freut sich Brigitte Maniatis, herrsche eine lebendige und fesselnde Atmosphäre in der Schule. Noch bis Freitag werden sich die Schüler mit Themen rund um Afrika beschäftigen. Auf dem Programm stehen Tiere und Pflanzen, Kunst, Kultur, die afrikanischen Länder Ägypten und Äthiopien aber auch handwerkliche Angebote wie Trommelnbauen, Schmuckherstellen und Musikmachen. Auch aktuelle Themen werden angeboten: Aids und Piraten vor der Küste Somalias werden besonders von älteren Schülern erarbeitet. Ein weiteres Projekt beschäftigt sich mit Tuarges und in einer ehemaligen Herzberger Schmiede soll, so hofft Brigitte Maniatis, eine Skulptur für den Eingangsbereich der Schule entstehen. Neben den Afrika-Themen sind auch das DRK und die Polizei vor Ort, die Schülerlotsen und Schulsanitäter ausbilden. „Im normalen Unterricht haben wir für diese Ausbildung keine Zeit. Die Schüler müssen aber ausgebildet werden, so dass wir dieses im Rahmen der Projektwoche anbieten“, erklärt Brigitte Maniatis. Ziel der Projektwoche ist es, den Schülern Afrika als Nachbarkontinent näher zu bringen und den Schülern die moralische Verpflichtung gegenüber Afrika zu vermitteln. „Schließlich haben wir den Kontinent über Jahrhundert ausgebeutet. Jetzt müssen wir ihm etwas zurückgeben“, sagt Brigitte Maniatis. Die Schüler sollen zudem verstehen, dass es kein einheitliches Afrika gibt und die Vielfalt, die Kultur und das alltägliche Leben in den einzelnen Ländern kennenlernen. Dadurch können sie ihre eigene Situation reflektieren. „Obwohl wir uns in einer Krise befinden, geht es anderen noch viel schlechter als uns“, meint Wilfried Richters. Das, was die Projektwoche vermitteln soll, wird von der Gruppe „Black and White“ noch verstärkt. Bis auf den Leiter stammen alle Mitglieder aus Ghana und dem Kongo. Es sind Flüchtlinge, die in ihrer Vergangenheit viel negatives erlebt haben. Die Gruppe ist häufig Gast in Schulen und versucht die Globalisierung zu thematisieren. „Black and White“ wird gefördert im Rahmen des Bundesprogramms „Vielfalt tut gut – Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“. Weitere Infos zu „Black and White“ gibt es auch im Internet unter www. blackandwhite-schwarzundweiss.de. Am kommenden Freitag, 25. September, werden die Schüler in der Zeit von 14 bis 17 Uhr die Ergebnisse ihrer Arbeit vorstellen. Zu dieser Präsentation sind neben Angehörigen auch alle interessierten Bürger in die Schule eingeladen.

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