Gruppe „Black & White“ bringt Wangerooges Kindern und Erwachsenen Afrika näher

AFRIKATAG

Schwarz-weiße Begegnung mit Trommeln und Musik


Gruppe „Black & White“ bringt Wangerooges Kindern und Erwachsenen Afrika näher

Antje Brüggerhoff





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Black & White auf Wangerooge

Bild: Antje Brüggerhoff



WANGEROOGE„Die Musik drückt aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist“, sagte schon der französische Schriftsteller Victor Hugo. Auf Wangerooge vermittelte diese Erkenntnis die Gruppe Black & White, die den Insulanern das Leben in Afrika musikalisch näher brachte.

„Black & White“ ist ein gemeinnütziger Verein mit derzeit sechs Mitgliedern aus Ghana, Kongo, der Elfenbeinküste, Uganda und Hessen. Musikalisch wollen sie über das Leben in Afrika informieren, auf Armut und Menschenrechtsverletzungen aufmerksam machen.

Alles begann Anfang der 90er Jahre, erinnert sich Gründer Wolfgang Lieberknecht. Hunderte von afrikanischen Flüchtlingen kamen nach Deutschland – niemand war darauf vorbereitet. Die Menschen wurden in Turnhallen untergebracht, Unterkünfte gab es nicht, es entspann sich eine Diskussion über das Asylrecht. „Es gab keine Gleichberechtigung und keine Kontakte“, erzählt Lieberknecht.

Von den Gründungsmitgliedern von „Black & White“ ist heute nur noch Gabriel aus dem Kongo dabei. Er hat inzwischen volles Asylrecht und kann in Deutschland bleiben. Die anderen Mitglieder haben über Freunde und über das Internet von der Initiative erfahren.

Hauptsächlich besuchen sie Schulen, um schon junge Menschen bei Projekttagen über das Leben in Afrika zu informieren. Aber auch Lehrer, Eltern und andere Interessierte sind willkommen. Ziel ist, zu erfahren, dass Afrika gar nicht weit weg ist: „Viele Kinder starten ihren Tag zum Beispiel mit einem Kakao – ohne zu wissen, dass er aus Afrika stammt“, sagt Lieberknecht. Workshops zu afrikanischem Trommeln, Singen und Tanzen, Mitmachkonzerte – alles soll Afrika ins Bewusstsein rücken. Die Lieder der Gruppe stammen aus den unterschiedlichsten afrikanischen Kulturen. Es sind afrikanische Kirchenlieder oder politische Lieder. Aber auch ein paar deutsche Lieder sind dabei.

Den Musikern ist besonders wichtig, dass sie ihr Leben und ihre Kultur zeigen können. „Das Leben ist nicht so einfach, wie viele denken. Und das wollen wir den Menschen auch näher bringen“, erzählt Daniel Sarpong aus Ghana. „Aber wir wollen natürlich auch Fröhlichkeit verbreiten. Fröhlichkeit ist eines der wichtigsten Dinge“, ergänzt Elisabeth Niamkey von der Elfenbeinküste.

Auf die Insel hat die Wangeroogerin Sabine Eims die Gruppe geholt. Sie verbrachte den Vormittag in der Inselschule mit Schülern und Lehrern, nachmittags kam die Gruppe auf dem Platz am Meer mit Gästen und Insulanern zusammen. Dort haben sie Rastazöpfe geflochten, einen Trommelkurs und ein Mitmachkonzert gegeben. Von Wangerooge führt es die Gruppe weiter nach Esens. Und auch dort gilt ihr Motto: „Wir wollen die Menschen mit unserer Musik berühren, zu ihnen sprechen und die Welt zusammenbringen.“

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