Grund- und Hauptschule Böhringen (am Bodensee): Schüler erleben einen mitreißenden Projekttag.Wir w


RADOLFZELL Afrika-Projekttag kommt sehr gut an

Radolfzell –  Schüler der Grund- und Hauptschule Böhringen erleben einen mitreißenden Projekttag. Die Initiative „Black and White“ will die Schüler für die vielen Probleme in Afrika sensibilisieren.


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Begeistert machen die Schülerinnen und Schüler beim afrikanischen Tanz mit. Roger Nsambu aus Uganda und Eunice Lieberknecht vermitteln den Jugendlichen schnell die Schritte.  Bild: Kupferschmid Marina Kupferschmid




„Jambo, Habari Gani, Hakuna Matata“ – der fröhliche Sprechchor wird immer lauter. Gabriel Fundi aus dem Kongo klatscht in die Hände. „Und jetzt von vorn“, spornt er rund 30 Schüler an, in Kisuaheli mitzusingen. Gar nicht so einfach im Takt zu bleiben, denn vom Stockwerk unten dringt dumpfes Trommeln nach oben. Dort sitzen 40 Kinder und Lehrer im Kreis, jeder eine Djembe vor sich, und mittendrin mit farbenprächtigem Überwurf Daniel Sarbong aus Ghana, der genau erklärt auf welche Stelle der Trommel wann geschlagen werden soll. In der Turnhalle sind alle Blicke hochkonzentriert auf Roger Nsambu aus Uganda gerichtet, der die Kleinen motiviert, beim afrikanischen Tanz mitzumachen.

Globale Herausforderungen

Es ist wahrlich ein außergewöhnlicher Schultag, den die Schülerinnen und Schüler der Grund- und Hauptschule Böhringen bei ihrem Afrika-Projekttag mit der Initiative Black and White aus Hessen erleben.Doch bei aller Lebensfreude, die die fünfköpfige Musikgruppe bei ihrem Besuch rüberbrachte, ging es an diesem Tag unter dem Projekttitel „Trommeln für die Eine Welt“ nicht nur um Spaß. „In Afrika sind die Trommeln dazu da, die Menschen zusammenzurufen zum gemeinsamen Handeln“, so Wolfgang Lieberknecht, Kopf der Völkerverständigungsgruppe, die Schulen in ganz Deutschland besucht. „Wir wollen mit persönlicher Begegnung und im Gemeinschaftserlebnis die Aufmerksamkeit der Kinder und Jugendlichen für die globalen Herausforderungen erreichen“, macht er deutlich. Die Schülerinnen und Schüler durchliefen an diesem Tag in Altersgruppen zusammengefasst vier Workshops, kombiniert aus Informationen über den afrikanischen Kontinent, Trommeln, Singen und Tanzen. Anschaulich und altersgerecht informierte der Journalist und Diplom-Ökonom Wolfgang Lieberknecht mit beeindruckenden Bildern über die Geschichte, über Afrika als Wiege der Menschheit, aber auch über globale Zusammenhänge. Er zeigte beispielhaft auf, welche Folgen der westliche Lebensstil und das Konsumverhalten in den Industriestaaten für das Leben der Menschen in Afrika haben.Der damit auch beeinflusste Klimawandel treffe die Bevölkerung in Afrika in manchen Regionen besonders hart und trage neben vielen anderen Faktoren zu Armut und Hunger bei. Viele aufrüttelnde und traurige Details über Kindersoldaten, Bootsflüchtlinge im Mittelmeer, Hunger und Not, aber auch Informationen über den Reichtum von wenigen afrikanischen Eliten, die mit westlichen Industriekonzernen zusammenarbeiteten und wertvolle Rohstoffe der afrikanischen Länder ausbeuteten, bewegten die Schülerinnen und Schüler sichtlich. „Das wusste ich gar nicht, dass wir so viele Sachen haben, die wir gar nicht brauchen, und es den Menschen in Afrika deshalb so schlecht geht“, sagt beispielsweise Anna Lugibihl aus der 3b überrascht. „So viel wie heute kann man sonst an einem Tag über Afrika gar nicht erfahren“, lobt Neuntklässlerin Emely Zermke die Veranstaltung. Auch die Vorschläge, wie man sich für bessere Lebensbedingungen in Afrika engagieren kann, fand sie spannend.Seinen Höhepunkt erreichte der Projekttag im großen Abschlusskonzert mit über 200 Schülern und Eltern, darunter auch die vierte Klasse aus Markelfingen und die Böhringer Vorschulkinder, die gemeinsam mit den Musikern tanzten und trommelten – eine tolle Klangwelle und sicherlich für viele ein nachhaltiges Erlebnis.

Die Initiative

Die Initiative Black und White e.V. ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Nordhessen. Die Mitglieder der Musikgruppe, die durch die Schulen Deutschlands tourt, sind zum Teil Kriegsflüchtlinge. Sie dürfen nur so lange in Deutschland bleiben, wie sie ihren Unterhalt über die Arbeit in der Gruppe erzielen können. „Wir haben den Verein nach den Angriffen auf Flüchtlinge und Ausländer in Hoyerswerda, Rockstock und Mölln gebildet, um vor allem Kindern und Jugendlichen mehr über die Gründe zu berichten, warum Menschen zu uns fliehen, dass sie auch Kultur haben und Menschen sind wie wir, mit dem Wunsch nach menschenwürdigem Leben in Frieden“, so Initiator Wolfgang Lieberkecht.Weitere Informationen:

www.blackandwhite- schwarzundweiss.de

http://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/radolfzell/Afrika-Projekttag-kommt-sehr-gut-an;art372455,7587586

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