Frankreichs Politiker destabilisieren Westafrika - Deutschlands Politiker suchen nach mehr Einfluss

Eine neue Studie der


"Unser schwieriger Partner"

Deutschlands und Frankreichs erfolgloses Engagement in Libyen und Mali

SWP-Studie 2021/S 03, Februar 2021, 39 Seiten

Die problematischeren Aspekte deutscher und französischer Politik ver­stärken sich gegenseitig.

  • Die Bilanz deutscher und französischer Politik in den Krisenstaaten Mali und Libyen ist enttäuschend. Während deutsches Engagement weit­gehend ineffektiv geblieben ist, hat Frankreichs Politik oftmals nach­weislich zur weiteren Destabilisierung beigetragen.

  • Grund für erfolglose oder sogar kontraproduktive Strategien Deutschlands und Frankreichs in beiden Krisenstaaten ist, dass Stabilisierung als Ziel meist eine untergeordnete Rolle spielt.

  • Das innenpolitische Narrativ der Terrorbekämpfung bestimmt die fran­zösische Politik in beiden Krisenstaaten. In Mali wird dies der Komplexität der Konflikte nicht gerecht; in Libyen diente es als Deckmantel dafür, dass Frankreich gemeinsam mit den Vereinigten Arabischen Emiraten den Milizenführer Khalifa Haftar unterstützte.

  • Für Berlin besitzen beide Krisenstaaten einen wesentlich geringeren Stellenwert als für Paris. Diese Haltung prägt das deutsche Engagement. Statt der Frage, welche Ansätze vor Ort sinnvoll sind, dominiert der Wille, die deutsche Bereitschaft zur Übernahme internationaler Verantwortung zu unterstreichen oder Solidarität mit Frankreich zu zeigen.

  • Die problematischeren Aspekte deutscher und französischer Politik ver­stärken sich gegenseitig. Während Deutschland sich militärisch zurückhält, prescht Frankreich in dem Bereich vor. Auf der anderen Seite instrumentalisiert oder unterminiert Paris multilaterale Ansätze, während Berlin sie zwar mitträgt, aber nicht mitprägt.

Inhaltsverzeichnis 1 Problemstellung und Schlussfolgerungen 2 Neue Verantwortung, alte Gepflogenheiten: Deutschland und Frankreich in Nordafrika und im Sahel 2.1 Terror und Autokraten: Frankreich in Libyen und im Sahel 2.2 Spät erwachtes Interesse: Deutschland in Libyen und im Sahel 3 Libyen: Frankreich als Spoiler, Deutschland als Zuschauer 3.1 Libyens internationalisierte Krise (2014–2021) 3.2 Libyenpolitik nach dem zweiten Bürgerkrieg 3.3 Dem Krieg eine Chance geben: Libyenpolitik seit April 2019 4 Mali: Sackgasse Terrorbekämpfung 4.1 Terrorbekämpfung und Lastenteilung: Malipolitik unter Hollande 4.2 In der Abwärtsspirale: Malipolitik unter Macron 4.3 Wachsende Ratlosigkeit 5 Schlussfolgerungen 7 Abkürzungsverzeichnis 7.1 Lektüreempfehlungen

doi:10.18449/2021S03

Regionen: Deutschland, Frankreich, Libyen, Sahelzone

Themen: Fragile Staaten, Peacebuilding, Terrorismus, Krisenmanagement, Sicherheits- und Verteidigungspolitik / Militär eines Landes / einer Region, Auslandseinsätze, Konflikte (innerstaatliche / Bürgerkriege), Responsibility to Protect / Internationale Schutzverantwortung, Bundeswehr, Entwicklungszusammenarbeit

Zum Volltext (PDF) | 1,1 MB Zum Volltext (EPUB) | 795 KB Zum Volltext (Kindle/ Mobi) | 1,4 MB

Dr. Wolfram Lacher ist Wissenschaftler in der Forschungsgruppe Naher / Mittlerer Osten und Afrika Problemste

7 Ansichten0 Kommentare