Eine Polonaise aus über 100 Schülern windet sich zu afrikanischen Rhythmen durchs Foyer der Mittelsc

Aktionstag an der Burgthanner Mittelschule


Black & White trommelt und diskutiert über Afrika


Von: Der Bote

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Roger Sambu führte die Schüler in einer Polonaise durchs Foyer der Mittelschule (links) und Daniel Sarpong aus Ghana zeigte den Schülern, wie man den Djembé-Trommeln fesselnde Rhythmen entlockt (rechtes Bild). Fotos: Walter

Roger Sambu führte die Schüler in einer Polonaise durchs Foyer der Mittelschule (links) und Daniel Sarpong aus Ghana zeigte den Schülern, wie man den Djembé-Trommeln fesselnde Rhythmen entlockt (rechtes Bild). Fotos: Walter


BURGTHANN – Eine Polonaise aus über 100 Schülern windet sich zu afrikanischen Rhythmen durchs Foyer der Mittelschule Burgthann. An ihrer Spitze tanzt Roger Sambu, Automechaniker aus Uganda und Mitglied der Initiative und Musikgruppe „Black & White“, die heute mit den Kindern singt, tanzt, trommelt, Workshops abhält und über Afrika diskutiert.

Auf der Bühne stehen derweil der gelernte Ökonom Gabriel Fundi aus der Demokratischen Republik Kongo, Trommellehrer Daniel Sarpong aus Ghana, die Lehrerin Elisabeth Niamkey von der Elfenbeinküste und der Deutsche Wolfgang Lieberknecht, „von Beruf Journalist, Diplom-Ökonom und 68er“, wie er selbst über sich sagt. Die Gruppe ist schon zum zweiten Mal zu Gast an der Schule, zuletzt waren sie vor drei Jahren da. Lieberknecht tourt mit den Künstlern in der ganzen Bundesrepublik, um Schülern von Afrika zu berichten, ihnen die Kultur aber auch die Probleme des Landes zu vermitteln.

Die Flüchtlingstragödie von Lampedusa und der Tod Nelson Mandelas seien in den letzten Wochen in den Medien und im Unterricht häufig das Thema gewesen, so Direktorin Bock in ihrer Begrüßung. Gleichzeitig strahle die afrikanische Kultur auch unglaublich viel Lebensfreude aus. Das merkt man – die Schüler im Foyer sind nur anfangs ein wenig reserviert, als sie bei Lieberknechts Eigenkomposition „Long Way to Freedom“ zum Gedenken an Nelson Mandela mitsingen sollen. Bei den folgenden Liedern tanzen zunächst die Klassensprecher, dann immer mehr Schüler auf der Bühne. Die Truppe interpretiert Klassiker wie „Jambo Bwana“ oder „Kumbaya“, bevor Shakiras Hit „Waka Waka“ von der WM 2010 schließlich auch das letzte Kind vom Stuhl aufspringen lässt.

Die Polonaise bildet den Höhepunkt des ersten Teils des Projekttages, bevor Lieberknecht eine Präsentation über Afrikas Geschichte, die Flüchtlingsproblematik und die Auswirkungen der Klimaerwärmung zeigt. In Videos, Bildern und Grafiken schlägt der Ökonom einen Bogen von den aufstrebenden Metropolen und dem Rohstoffreichtum des Kontinents bis hin zur bitteren Armut und Ausbeutung von großen Teilen der Bevölkerung. Gelegentlich fragt er das Wissen der Schüler über die Geografie und die Politik Afrikas ab. Die Jugendlichen antworten kompetent – vieles wurde bereits im Unterricht behandelt.

Nach der Pause werden die Kinder von Klasse 5 bis 10 in Gruppen für die Workshops und die Diskussionsrunde eingeteilt. Bei Letzterem gibt es von den jungen Teilnehmern durchaus auch Widerspruch zu hören. Einige Zehntklässler setzen sich mit Lieberknechts Kritik an der Globalisierung und den Einkommensunterschieden auseinander – Zweifel werden laut, ob eine Umverteilung zugunsten der Armen überhaupt realistisch oder fair sei. Der Diplom-Ökonom geht darauf ein: „Die Frage ist doch, wie groß müssen die Unterschiede sein und wieviel politischen Einfluss haben die Leute, die das Geld verwalten – also die Banken“, gibt er zu Bedenken.

Währenddessen zeigt Daniel Sarpong einer Gruppe Schülern, wie man den Djembé-Trommeln fesselnde Rhythmen entlockt. Der Musiker aus Ghana ist ein Unterhaltungskünstler durch und durch. Immer wieder unterbricht er, um die Kinder mit breitem Grinsen und brüchigem Deutsch zum Lachen zu bringen. Berührungsängste gibt es keine. Auch seine Geduld erscheint unerschütterlich – selbst wenn die Kinder ihm kaum Zeit für Erklärungen lassen, bevor sie wieder die Trommeln schlagen. Dieser Workshop macht Schülern und Lehrern sichtlich Spaß.

Auch Singen und Tanzen stehen auf dem Programm. Elisabeth Niamkey hat krankheitsbedingt ihre Stimme verloren, doch die Klassenlehrer springen als „Dolmetscher“ ein. Die Kinder stehen im Kreis, ahmen die Schritte der Lehrerin von der Elfenbeinküste nach und tanzen lachend durchs Foyer. So mischen sich ernste und lustige Töne an diesem Tag, harte Fakten zum Nachdenken und afrikanische Kultur zum Mitmachen. Anschaulicher und unterhaltsamer kann man Schülern die zahlreichen Facetten Afrikas kaum näher bringen. Mehr Informationen zur Gruppe auf: http://www.blackandwhite-schwarz-undweiss.de.

Frank Erik Walter

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