Diese Schüler beginnen das, was eine Bewegung der ganzen Weltbevölkerung werden sollte: Uns so weltw


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An dieses Waisenhaus in Tamale in Ghana wird das Geld gehen, das diese Kinder in Lüneburg gesammelt haben; es ist verbunden mit einer Schule, in die auch die anderen Kinder der umliegenden Dörfer gehen. Der Leiter des Waisenhauses ist auch der Schulleiter. Er arbeitete früher einmal im Friedenszentrum Jimmy Charters in den USA.


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Die Bewohner des Waisenhauses in Tamale, der Leiter im weißen Hemd. Die Lüneburger Kinder unterstützen diese Kinder mit den Spenden, die sie gesammelt haben. Unten zwei der Klassenräume der Schule, in die neben diesen Waisenkindern aus dem armen Teil Ghanas auch die Kinder aus den umliegenden Dörfern gehen. Die meisten müssen auf dem Fußboden sitzen.


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Zum Hintergrund unserer Initiative, ein Black&White-Schulnetzwerk zu schaffen:

Tamale gehört zum Norden Ghanas.

Das Land ist ethnisch-kulturell-religiös gespalten zwischen Nord und Süd: Arm-Reich-Gefälle, kulturell-religiöse Unterschiede, verschiedene Sprachen, unterschiedliche natürliche Gegebenheiten, die die Landesteile unterschiedlich fruchtbar machen und unterschiedliche Betroffenheit vom Klimawandel.  Junge Männer aus dem Norden leben und Schlafen zum Teil in Straßen in Großstädten im Süden, da sie im Norden keine Arbeit finden und sich im Süden immerhin manchmal für kleine Arbeiten verdingen können. Und jedes Jahr kommen mehr junge Leute auf den Arbeitsmarkt und suchen Arbeit: Wie in anderen Ländern wächst die Bevölkerung Ghanas schnell und stark an! So wie in Europa vor 150 Jahren, was damals auch hier zu großen sozialen Spannungen führte: Europa nutzte seine militärische-wirtschaftliche Überlegenheit, um Lösungen für das Bevölkerungswachstum auf Kosten anderer und vor allem auch afrikanischer Länder zu suchen: Siedlung der wachsenden Bevölkerungen in kolonialisierten Gebieten, Aneignung von deren Rohstoffen für die eigene Wirtschaft, ja sogar Schaffung von Siedlungsraum für Europäer durch Tötung der Bevölkerungen der eroberten Gebiete, wie extrem in Amerika, Australien, Neuseeland. Diese Lösung kann Afrika nicht durchsetzen. Und dies kann auch niemand wollen.

Doch die Spaltungen in afrikanischen Ländern sind gerade angesichts der wachsenden Bevölkerungen und von immer mehr jungen Menschen, die keine Perspektive haben, sehr gefährlich, auch in einem für afrikanische Verhältnisse relativ stabilen Land, wie Ghana. Das zeigen jedes Mal die nationalen Wahlen, bei denen es für viele Ghanaer vor allem darum geht, ob der Norden oder Süden dominiert! Viele Ghanaer wählen ihre Partei aus dieser Identität, nicht für ein gemeinsames sozialpolitisches Programm für das ganze Land. Die Hauptparteien aus dem Norden und Süden sind etwa gleich stark. Wenn es dann zu Wahlbetrug kommt oder nur deren Vermutung, kochen schnell die Emotionen hoch. 2008 stand das Land vor dem Abrutschen in den Bürgerkrieg. Diese Gefahr ist vielen Ghanaern ganz bewusst und ängstigt sie. Vor den letzten Wahlen, im Dezember 2012, gab es viele Initiativen der Zivilgesellschaft für Frieden, von Kirchen und Moscheen, in Schulen und auf Straßen. Das Problem aber ist, das in dieser Konzentration auf den Nord-Süd-Gegensatz die wirklichen großen sozialen Spaltungen im Land nicht die nötige politische Aufmerksamkeit bekommen. Dass es in Ghana nicht nur Armut gibt, sondern protzenden Reichtum, mag manche überraschen! Das Land hat Rohstoffe, durch deren Verkauf sich auf dem Weltmarkt große Summen  erzielen lassen: Gold, Erdöl, Kakao etwa. Die Ghanaer, die da drauf Zugriff haben, können sich ein Luxusleben finanzieren: Die neuesten und teuersten Autos der Welt sieht man auf den Straßen des Landes, neben den vielen, die sich nicht mal die Fahrt in überfüllten Kleinbussen leisten können und schwerste Lasten auf dem Kopf tragen. Diese Wagen können sich auch die ghanaischen Fußballer leisten, die in Europa kicken und ihren Reichtum in Ghana zur Schau stellen. Diejenigen Ghanaer, die häufig gegen das Gesetz Geld aus dem Rohstoffverkauf für die eigene Tasche abzweigen, haben es zudem schwer, dieses Geld in die Wirtschaft des Landes zu investieren. Wie können sie erklären, wie sie an Millionensummen kommen, wenn sie nur ihre legalen Einkommen hatten? Da bleibt nur der Weg, die illegal abgezweigten Gelder auf dem internationalen Kapitalmarkt zu investieren oder direkt in die reichen Länder zu bringen und in den reichen Ländern anzulegen oder dort große Autos und Villen zu kaufen. Viele Milliarden aus afrikanischen Ländern liegen im Norden, die für die Entwicklung in Afrika dringend gebraucht werden. Und die Industrieländer decken dies, u.a. mit der Erklärung des Bankgeheimnisses, auch für Gelder aus den korruptesten Ländern und für Warlords.

Wie können die Bevölkerungen in den armen Ländern ihren Rohstoffreichtum nutzen, um aus der Armut zu kommen? Sie müssen kontrollieren, dass die Einnahmen aus dem Verkauf der Rohstoffe, die in der so Weltwirtschaft wichtig sind, der Bevölkerung insgesamt zur Verfügung stehen und nach ihren Entscheidungen verwandt werden. Dazu ist eine aufgeklärte Bürgerschaft nötig, die darauf die Aufmerksamkeit richtet und nicht darauf, ob der Norden oder Süden dominiert, bzw. so die Eliten in beiden Landesteilen, weil die soziale Frage nicht in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit kommen kann. Und werden die Eliten und ihr soziales Verhalten kritisiert, ihre Luxusleben in armer Umgebung öffentlich thematisiert, können sie immer noch die Spaltungen im Land anheizen und so die Konzentration wieder darauf lenken. Ein Nord-Süd-Zusammenschluss in Ghana der common people, derer, die für ihre und die Entwicklung des Landes insgesamt die Kontrolle über die Rohstoffe brauchen, um die Einnahmen dafür zu verwenden, dass ihr Land insgesamt davon profitiert, ist dafür nötig. Sie müssten ihre Spaltungen überwinden, sich für die gemeinsame Entwicklung des Landes zunächst zivilgesellschaftlich zusammenschließen als Basis für eine gemeinsame landesweite Politik. Nach dem Prinzip „Teile und Herrsche“ haben europäische Länder oder Konzerne aus der reichen Welt immer wieder die Spaltungen der Bevölkerungen in afrikanischen Ländern ausgenutzt und auch geschürt. Durch Pakte mit einem Teil der Bevölkerungen konnten sie mehr herausholen als durch die Verhandlungen mit geeinten Ländern, die demokratisch kontrolliert zuerst einmal für ihre Bevölkerungen zu sorgen haben. Von der Initiative Black&White wollen wir dem entgegenwirken und zur Überwindung der Spaltungen beitragen, damit sich die Menschen im Land und wir uns weltweit auf die Lösung der gemeinsamen Aufgaben konzentrieren können, wie etwa die Überwindung von Armut und der Perspektivlosigkeit der Jugend, die in Ghana viele trifft, auch viele der gebildeten Jugend. Das starke Bevölkerungswachstum könnte selbst die bisherige Stabilität gefährden und machen eine neue wirtschaftspolitische Strategie absolut dringlich. Wir wollen deshalb unterstützen, Schulen und andere gesellschaftliche Kräfte aus Nord- und Süd-Ghana in Kontakt zu bringen und in eine gemeinsame Diskussion, wie sie in ganz Ghana menschenwürdige Lebensbedingungen herstellen können und wie wir im oder aus dem reichen Norden dies unterstützen können. Wir profitieren bis heute im Norden (und jetzt auch China) bis heute von der Einbindung Afrikas seit der Kolonialzeit als Rohstoffzulieferer und Absatzmarkt für die Fertigprodukte. Zuerst mit Staatsgewalt der Kolonialmächte durchgesetzt, danach vor allem mit Korruption von Eliten und auch Tötungen von Politikern, die die Länder hätten einen können, wie Lumumba. Jetzt auch zunehmend wieder mit direkter militärischer Gewalt, wie in Libyen. Diese Art von wirtschaftlicher Einbindung Afrikas verhindert bis heute eine eigenständige Wirtschaftsentwicklung afrikanischer Länder. Das schafft Gewinn und Arbeitsplätze in anderen Ländern auf Kosten Afrikas und seiner Bevölkerungen. Nur eine kleine Elite in Afrika, die als Warlords oder auch gewählt und eingestellt sich ihren Anteil am Rohstoffverkauf sichern und dem Import der Fertigprodukte, profitiert von dieser Art der Einbindung! Wir von der Initiative Black&White wollen dazu beitragen, diese Struktur zu überwinden  und Wege einer ausgeglichenen weltwirtschaftlichen Struktur zu schaffen, die überall gleichwertiges menschenwürdiges Leben möglich macht. Dazu brauchen wir die internationale Diskussion und Zusammenarbeit und als Basis dafür viele menschliche Kontakte, damit wir durch persönliche Verbindungen und Erfahrungen spüren lernen, dass die Menschen in anderen Regionen und Ländern keine Objekte sind, sondern Menschen wie wir, Schwestern und Brüder der gemeinsamen menschlichen Familie, die die gleichen Lebensbedürfnisse haben. Wir suchen Schulen hier in Deutschland, die diese Philosophie teilen und helfen wollen, in Afrika mit an der Überwindung der Spaltungen zu arbeiten und auch zwischen den überkommenen neokolonialen Strukturen zwischen Industrieländern und früheren Kolonien. Interesse an der Mitarbeit am Aufbau des Black&White-Schuletzes? b.u.w@gmx.net

#Ghana

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