Den Krieg beenden: Frankreichs Krieg hat Libyen zerstört und destabilisiert seither die Sahelzone

Frankreichs Präsident will ein französisches "Vietnam" in Westafrika vermeiden und sucht dafür Partner – das ist aber nicht ganz so einfach


Er sucht heute per Video seine afrikanischen Partner auf Verstärkung des Krieges einzuschwören. Doch der Widerstand wächst. Die neue Regierung Malis bleibt auf Distanz. Demonstranten skandieren in der Hauptstadt Bamako Parolen gegen die "französischen Besatzer". Sie werfen der französischen Armee vor, im Jänner im Dorf Bounti 20 Zivilisten getötet zu haben. Zwei Kampfjets hätten eine Hochzeitszeremonie bombardiert. Armeesprecher rechtfertigten dies. Der Lufteinsatz habe sich gegen getarnte Jihadisten gerichtet.

Nach dem Tod von 60 französischen Soldaten gerät die französische Regierung auch im eigenen Land und Druck. "Einen so asymmetrischen Krieg kann man nicht gewinnen", meint Thierry Vircoulon vom französischen Institut für internationale Beziehungen (Ifri). "In Frankreich weiß man das seit dem verlorenen Indochinakrieg. Den gleichen Fehler hatten die USA in Vietnam und in jüngerer Zeit in Afghanistan begangen."

Auch die Europäer folgen den französischen Appellen für den Saheleinsatz nur zögerlich. Deutschland unterstützt zwar die vor einem Jahr gegründete Taskforce "Takuba", aber nicht mit eigenen Soldaten. Andere EU-Staaten stören sich daran, dass Paris eine Aufgabenteilung will, aber die Leitung beansprucht. Sie werfen der französischen Armee vor, im Jänner im Dorf Bounti 20 Zivilisten getötet zu haben. Zwei Kampfjets hätten eine Hochzeitszeremonie bombardiert. Armeesprecher rechtfertigten dies. Der Lufteinsatz habe sich gegen getarnte Jihadisten gerichtet.



Macron im Treibsand des Wüstenkriegs in der Sahelzone - Frankreich - derStandard.at › International

Es wird angesichts von immer mehr Opfern vor allem unter der afrikanischen Bevölkerung Zeit friedliche Wege aus der Krise zu suchen. Der Westen könnte dazu beitragen, dass er seine Verantwortung in der Klima- und Handelspolitik wahrnimmt. Auf diesen Felder widersprechen sie eklatant den Menschenrechten: Der Klimawandel zerstört die Lebensgrundlagen von immer mehr Menschen im Sahel und verschärft die Konflikte um Wasser und Boden. Aufgezwungene Freihandelspolitik verhindert den Aufbau verarbeitender Betriebe und die Schaffung von Arbeitsplätzen. Mit Landwirtschaftssubventionen (etwa für Baumwolle) tragen westliche Staaten zum Ruin der Bauern bei. Jihadisten können diese westlichen Ungerechtigkeiten als religiösen Normen widersprechend interpretieren und so Unterstützer gewinnen.

Wir brauchen den Dialog von Friedensaktiven aus dem Westen und Afrika, um einen Ausweg aus der Krise zu suchen, Vorschläge für gerechte Beziehungen im Sinne der UN-Charta und der Menschenrechtserklärung zu erarbeiten und dafür Mehrheiten zu gewinnen. Ohne Überwindung des postkolonialen Staates und neue Außenbeziehungen sieht etwas die in Frankreich aktive Organisation Survie Survie - Ensemble contre la Françafrique keine Chance, die Krise zu überwinden. Wenn Du das mit voranbringen willst, bau mit uns ein Friedensteam und Friedensforum für Afrika auf:

Black and White Foren | Black&White (initiative-blackandwhite.org) Frieden fördern in Afrika Team/Team to Promote Peace in Africa | Black and White (initiative-blackandwhite.org)


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