Chomsky: Wir brauchen einen grundlegenden Wandel, um die Menschheit vor der Auslöschung zu bewahren

Aktualisiert: Feb 6

Angesichts von Klimawandel und drohenden Nuklearkriegen müssen wir handeln, fordert Noam Chomsky, dessen Buch „Rebellion oder Untergang“ am Montag erschienen ist. Doch die Zeit sei knapp und Wandel nur innerhalb bestehender Institutionen möglich. Zum Glück wissen wir ziemlich genau, welche Maßnahmen wir ergreifen müssen, um diesen Untergang zu verhindern. Wir haben tatsächlich Chancen, mit diesen Mitteln die Erderwärmung abzumildern und auch zu beenden, und wir wissen auch, mit welchen Mitteln wir die Gefahr eines nuklearen Konfliktes begrenzen und auch überwinden können. Diese Mittel umzusetzen, wie das gehen soll, das ist die große Frage.





Noam Chomsky: Wenn jemand behauptet, er handele zugunsten eines höheren Ziels, bedeutet das überhaupt nichts. Die Frage ist stets: Was ist das Ziel? Diejenigen, die am 6. Januar auf das Kapitol stürmten, wollten als Ziel einen Staatsstreich, sie wollte eine legitim gewählte Regierung durch eine nicht gewählte Regierung ersetzen, und das nennen wir einen Staatsstreich. Woran ich denke und was ich beabsichtige, ist etwas vollständiges anderes. Ich gebe zu verstehen, dass wir einen grundlegenden Wandel brauchen, um den Menschen als Art vor der Auslöschung durch Umweltprobleme oder durch einen nuklearen Krieg zu bewahren.

Diese Wissenschaftler sagen voraus, dass wir, wenn wir so weitermachen wie bisher, schließlich vier bis fünf Grad Celsius Erwärmung gegenüber der vorindustriellen Zeit haben werden, was wirklich zu einem Zusammenbruch der menschlichen Gesellschaft schlechthin führen wird. Aus diesem Grund müssen wir wirklich unbedingt den Einsatz von fossilen Brennstoffen beenden.

Jetzt dagegen sehen wir uns mit dieser Perspektive konfrontiert, dass die menschliche Gesellschaft in wohlgeordneten Bahnen auf dieser Erde vollständig ausgelöscht werden könnte. Ich beziehe mich auf einen Bericht der weltmeteorologischen Organisation, vor einigen Wochen erschienen, eine Analyse des gegenwärtigen Zustandes der Umwelt.

Ich habe soeben zusammen mit dem Wirtschaftswissenschaftler Robert Pollin ein Buch verfasst, in dem wir darlegen, welche Mittel wir ergreifen müssen, um bis Mitte dieses Jahrhunderts die Ziele des IPCC, des internationalen Klimarates, von null Emissionen zu erreichen, und wie wir dann weiter vorangehen können, um eine bessere Welt zu schaffen, eine nachhaltigere, lebenswertere Welt, und auch die Erhitzung der Erdatmosphäre zu beenden.

Donald Trump, der mit aller Kraft darauf hinarbeitete, den Einsatz von fossilen Brennstoffen zu erhöhen. Das war eine existenzielle Bedrohung. Diese dunkle Wolke ist mindestens vorläufig vom Horizont verschwunden.

Was Joe Biden angeht, so sind seine programmatischen Vorschläge für die Bekämpfung des Klimawandels nicht ausreichend, aber sie sind ein Schritt in die richtige Richtung. Mit Druck seitens der Bevölkerung wird es möglich sein, ihn noch zu weiteren Schritten zu bewegen, die notwendig sind, wenn wir als Art überleben wollen.




Was die nukleare Bewaffnung angeht, so wurde am Freitag ein wichtiger Schritt unternommen durch die Unterzeichnung des UNO-Abkommens zum Verbot atomarer Waffen, von 122 Staaten unterschrieben, leider nicht von den Atommächten.

Diese sind aber durch den Vertrag über die Nichtverbreitung von Atomwaffen auf dasselbe Ziel verpflichtet. Man kann sie dahin drängen, sich diesem Ziel anzuschließen. Und wir haben eine ganze Reihe von anderen hochwirksamen Mitteln, um dieses Ziel zu erreichen, zum Beispiel die Errichtung mehrerer atomwaffenfreier Zonen, insbesondere einer im Nahen und Mittleren Osten.

Wir haben durchaus auch innerhalb der bestehenden Institutionen machbare umsetzbare Möglichkeiten, diese Institutionen so umzugestalten mithilfe eines geringen Anteils am Bruttosozialprodukt, um wichtige Schritte zur Überwindung dieser Krise einzuleiten und zu bewältigen.

Wir haben im Grunde zwei Alternativen vor uns: Entweder wir lassen es bleiben und sagen, es hat sowieso keinen Sinn, es ist hoffnungslos, also lassen wir das Schlimmste geschehen, oder wir sagen, lasst uns die Chancen ergreifen, vielleicht schaffen wir es, die Krise zu überwinden und dann eine bessere Welt zu schaffen. Ich meine, angesichts dieser Alternativen ist die Wahl doch eigentlich klar.

Noam Chomsky: "Rebellion oder Untergang" - Wie wir die Apokalypse noch verhindern können (deutschlandfunkkultur.de)


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