Aus einem Klassenraum tönte: Jambo, Jambo Sana, Habari Gani, Muzuri Sana, Wageri, Karibuni, …,

Aus einem Klassenraum tönte: Jambo, Jambo Sana, Habari Gani, Muzuri Sana, Wageri, Karibuni, …, Hakuna Matata … . Gebriel Fundi sprach geduldig diese Textzeilen immer wieder vor, bis die Schülerinnen und Schüler sowie ihre Lehrerinnen sie aufsagen konnten. Dann wurden sie zu eingängigen Melodien anfangs etwas zaghaft, später mit wachsender Begeisterung gesungen und durch rhythmisches Klatschen in Takt gebracht. So wurden zwei afrikanische Lieder eingeübt.

Weit über den Schulhof hinaus war das Trommeln aus dem Musikraum zu hören. Bis zu 64 Kinder trommelten zusammen nach Anleitung von Daniel Sarpoug. Er gab den Rhythmus und Takt vor. Alle anderen machten es ihm nach. Je nach Altersgruppe wurde der Schwierigkeitsgrad angepasst. Kaum zu glauben, dass die Kleinen wie die Großen innerhalb von 30 Minuten ein kleines Trommelstück einstudieren konnten.

Eher ruhig und nachdenklich ging es dafür in zwei anderen Räumen zu. Hier berichtete Eunice Lieberknecht über ihr Heimatland Ghana. Sie hatte dort als Lehrerin gearbeitet. Die Kinder sahen in einer Powerpoint-Präsentation u. a. Bilder aus ihrem Dorf und von ihrer Familie. Schockiert waren die Kinder, als Eunice von dem Tod ihrer Schwester erzählte, die kurz nach der Entbindung ihres Kindes gestorben war, weil es für sie keine medizinische Hilfe gab. Das Gesundheitssystem ist in Ghana, besonders in den kleinen Dörfern, schlecht ausgebaut. Die Familie von Eunice kümmert sich um das Kind und zieht es nun groß. Ihr Ehemann, Wolfgang Lieberknecht, sprach über die unterschiedlichen Lebensbedingungen in Afrika und das afrikanische Leben allgemein. Auch er zeigte den Kindern Fotos. Die Schülerinnen und Schüler konnten ihre Fragen stellen. Er erklärte ihnen u. a., dass sie fast täglich unbemerkt mit Afrika in Berührung kommen, sei es über den Kakao oder Coltan, dem Stoff aus dem die Handys sind. Beides wird in Afrika z. T. unter unmenschlichen Bedingungen produziert. Wolfgang Lieberknecht will zum Nachdenken anregen, welchen Beitrag wir zur Verbesserung der Lebenssituation in Afrika beisteuern können.

Ausgelassen und fröhlich ging es in der Sporthalle “Neue Zeit” zu, wo die Mädchen und Jungen zu afrikanischen Rhythmen tanzten, wie zum Beispiel zu “Waka waka”, dem Fußballsong von Shakira. Die Schritte zeigte Roger Nsambu vor, der alle schnell mit seiner Freude am Tanzen ansteckte. Sogar die Kinder vom nahen Kindergarten schauten vorbei und machten mit.

Die Initiative Black & White gastierte anlässlich unseres fünfzigjährigen Jubiläums kurz vor Halbjahresende, am 26. Januar 2017, an unserer Schule. Unter dem Motto “Für eine Welt, die für alle funktioniert!” gestaltete sie für alle Schülerinnen und Schüler einen erlebnisreichen und nachhaltigen Workshop. Viele Kinder stellten im Anschluss fest, dass das Leben in großen Teilen Afrikas viel schwieriger ist als bei uns. Jetzt verstehen sie, warum die Leute aus ihren Ländern flüchten.

Die zwei kleinen Kinder von Eunice und Wolfgang Lieberknecht, Rosa und Beatrice, waren die heimlichen Stars der Gruppe. Alle meinten: “Sind die süß!” Mit ihrer offenen Art kamen die Kleinen überall gut an.

Am Nachmittag fand für Schüler, Geschwister, Eltern, Großeltern und Lehrer ein Mitmachkonzert statt, welches stark besucht wurde. Hierbei führten die Kinder mit viel Freude vor, was sie kulturell am Vormittag gelernt hatten. Der Funken sprang schnell auf die Besucher über. Auch sie hatten großen Spaß am Tanzen, Singen und Trommeln.

Einige Kinder der Klasse 4b gingen im Anschluss an das Konzert durch die Zuschauerreihen und baten um Spenden für den Förderverein. Sie waren sehr erfreut über die spendablen Besucher. Für den Beitrag von 210,20 € bedankt sich der Förderverein recht herzlich.

Unser Workshop wurde von Spendengeldern finanziert, die der Förderverein der Grundschule „Bertolt Brecht“ im Vorfeld gesammelt hatte. Ein besonderes Dankeschön gilt daher dem Vorstand des Fördervereins, Frau Taßler, Frau Block und Frau Bösang sowie den Spendern PCK Raffinerie GmbH, LEIPA Georg Leinfelder GmbH, WDU Dienstleistung  GmbH, Mineralölverbundleitung GmbH Schwedt, Elektroanlagen Ewaldt, Stadtsparkasse Schwedt, und Stadtwerke Schwedt GmbH, die uns den Workshop ermöglicht haben!

Die Fotos kann sich jeder wieder in der Fotogalerie anschauen.

http://www.brecht-schule.de/modules.php?name=News&file=article&sid=151

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