Afrikatag an der Schule am Sandberg in Ochtmissen – Projekt soll Umdenken anstoßen Tanzen für




ben Lüneburg. Als mehr als 60 Kinderhände auf die Bongos schlagen, dröhnt das Trommeln laut durch das Klassenzimmer. Den Takt gibt Roger Sambo vor, der Musiklehrer der Initiative Black White legt Wert darauf, dass “alle zusammen” trommeln und singen. Alle zusammen könnte wie ein Leitspruch über dem Afrika-Projekt an der Grundschule Am Sandberg in Ochtmissen stehen. Bei dem Projekttag geht es darum, den Kindern begreiflich zu machen, dass sich mehr Gerechtigkeit auf der Erde nur dann realisieren lässt, wenn alle an einem Strang ziehen.

“Letztlich geht es um Respekt der Menschen untereinander”, sagt Schulleiterin Jutta Böttcher. Sie steht außerhalb des Trommelkreises um Roger Sambo an der Tür. Die Initiative Black White mit dem Afrikaworkshop hat sie zum zweiten Mal an die Grundschule geholt. “Wir würden gern längerfristige Kontakte zu einer Schule in Ghana aufbauen. Das muss immer wieder angeregt werden und eben das versuchen wir mit diesem Tag.”

Die Jungen und Mädchen hören Vorträge über die Lebensverhältnisse der Menschen in afrikanischen Ländern. Und sie lernen Menschen kennen, die dort aufgewachsen sind. So wie Elisabeth Niamkey aus dem westafrikanischen Staat Elfenbeinküste. “Afrika”, sagt sie, “ist ein Kontinent mit 54 Ländern, auf dem mehr als 2000 Sprachen gesprochen werden.” Sie selbst spreche Französisch, Englisch und Kisuaheli. Zum Glück aber spricht sie auch gut Deutsch, sodass sie den Schülern afrikanische Tanzschritte erklären kann.

Neben ihr stemmen die achtjährige Lotta und der neunjährige Malte ihre Hände in die Hüften und drehen sich im Kreis. “Das hat richtig Spaß gemacht”, sagt Lotta wenig später. Neben ihr sitzt Malte und betont, dass ihm das Trommeln noch besser gefallen habe. Aber auch vom Vortrag haben die beiden viel mitgenommen, sie wissen jetzt, “dass es vielen Menschen in Afrika nicht so gut geht, weil sie hungern”, sagt Lotta.

Gelernt haben sie das bei Wolfgang Lieberknecht. Auch er gehört zum Team der Initiative Black White, deren Ziel es ist, “dass die Menschenrechte für alle gelten”. Er nennt Zahlen, die der UNO-Ernährungsreport bestätigt: Alle fünf Sekunden verhungert ein Kind unter zehn Jahren, 57 000 Menschen sterben pro Tag an Hunger, dabei könnte die globale Landwirtschaft problemlos fast zwölf Milliarden Menschen, also fast das Doppelte der Weltbevölkerung, ernähren. Dieses Ungleichgewicht spiele extremistischen Organisationen in die Hände, biete Zündstoff für gewalttätige Konflikte. Lieberknecht, der häufig auch in afrikanischen Schulen zu Gast ist, will “frühzeitig Impulse setzen und damit die Grundlage schaffen für eine Welt, die ihre Konflikte friedlich löst”.

Das Schlüsselwort heißt teilen. “Um diese Identität zu entwickeln, setzen wir bereits in der Grundschule an.” Malte hat das verstanden: “Andere Länder müssen den Armen Lebensmittel abgeben.”

Mehr Infos über die Initiative unter http://www.blackandwhite-schwarzundweiss.de im Internet.


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