Afrikanisches Lebensgefühl Konzert und Projekttag des Vereins “Black and White” in der G


12.11.2012

Löhne

Afrikanisches Lebensgefühl

Konzert und Projekttag des Vereins “Black and White” in der Grundschule Mennighüffen West

VON ANTONIA WEGENER





Wir trommeln gemeinsam | FOTO: ANTONIA WEGENER


“Hand aufs Herz: Wer von euch hat denn seine Eltern gefragt, ob sie wissen, dass sie Geschwister in Afrika haben?”, fragt Wolfgang Lieberknecht vom Verein “Black and White”. Alle Kinder in der Grundschulturnhalle heben die Hand. Dann stellt Lieberknecht eine weitere Frage: “Und eure Eltern haben euch bestimmt geglaubt, oder?” Die Grundschüler sind sich einig. Laut rufen sie “Nein, Keiner”!

Der Verein “Black and White” hat einen gesamten Tag mit den Klassen der Grundschule Mennighüffen- West vebracht. Alle Schüler haben an diesem Tag viel gelernt. Während des Konzerts am Freitagabend faszinierten die Musiker aus Afrika Eltern und Kinder gleichermaßen.

“Die Idee zu einem Tag der Völkerverständigung kam im letzten Winter”, erklärt Schulleiterin Anja Schäffer-Rolf. Im Januar bekam die Grundschule die Anfrage, ob sie einen Tag voller Tanz, Trommeln und Gesang mit dem Verein “Black and White” verbringen möchte. Lehrer und Schüler waren begeistert. “Doch die Finanzierung für so ein Projekt ist natürlich sehr schwierig. Zum Glück hatte unser Schülerrat eine Idee”. Die Schülerschaft wollte schon seit langer Zeit einen Sponsorenlauf veranstalten.

Kurz vor den Sommerferien war es dann so weit: Die Klassen eins bis vier der Grundschule Mennighüffen-West laufen für den guten Zweck. “Nach dem Lauf hat sich der Schülerrat sofort dafür entschieden, die Hälfte für den Projekttag mit “Black and White” zu verwenden”, erklärt Schäffer-Rolf. “Die andere Hälfte kommt dem Verein Limulunga zu Gute, der sich für Aidswaisen in Sambia einsetzt.” Nun tritt die vierköpfige Gruppe aus afrikanischen Musikern in der Grundschule auf und belebt die Löhner Turnhalle mit viel Temperament und der afrikanischen Lebensfreude.

“Zur Begrüßung wollen wir ein besonderes Lied mit euch singen”, kündigt Wolfgang Lieberknecht an. “Jambo” lautet der afrikanische Titel. Übersetzt heißt es schlicht und einfach: “Hallo”. Alle Grundschüler springen auf. Sie wissen schon was sie erwartet. Nach dem ersten Trommelschlag fangen die Kinder an zu tanzen und begrüßen so das Publikum auf afrikanische Art.

Den ganzen Vormittag haben die Klassenstufen in verschiedenen Gruppen Tänze, Gesangs- und Trommelstücke für das abendliche Konzert geprobt. Doch für den Koordinator und Leiter des Vereins Wolfgang Lieberknecht ist ein Teil des Projekts am wichtigsten. “Ich kümmere mich während des Tages um den Vortrag über Afrika”. Lieberknecht ist sich sicher, dass die Kinder auch über die Missstände in Afrika aufgeklärt werden müssen. “Auf die Grundschule Mennighüffen- West bin ich sehr stolz”, sagt er. “Es wussten schon so viele etwas über die Lage in Afrika. Ein großer Dank gilt somit den Eltern!”

Auch der Schülerin Gina und ihrer Schwester Leonie hat der Vortrag gut gefallen. “Der Vortrag war keine Minute langweilig!” sagt Gina begeistert. “Besonders kann ich mich daran erinnern, dass die ältesten Geschwister schon sehr viel mehr Verantwortung übernehmen müssen als wir in Deutschland.” Ihre kleine Schwester Leonie ergänzt: Oh ja! Und sie bauen ihr komplettes Spielzeug selbst.” Die beiden Schwestern sind sich einig. Sie sind froh nicht nur getanzt oder getrommelt zu haben, sondern auch sehr viel über die Kultur erfahren zu haben.

Das Konzert neigt sich dem Ende zu. Noch einmal trommeln über 80 Kinder mit den Musikern. Zuletzt werden sogar die Eltern zum Tanzen aufgefordert. Die sind jedoch nach Meinung der Musiker und Schüler am Anfang viel zu steif. Doch kurz vor Ende klappt es dann doch: Sogar die Erwachsenen sind vom afrikanischen Lebensgefühl angesteckt und singen und tanzen gemeinsam mit ihren Kindern.

http://www.nw-news.de/lokale_news/loehne/loehne/7252071_Afrikanisches_Lebensgefuehl.html

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