„Afrika ist zwar der rohstoffreichste Kontinent der Welt, aber trotzdem herrscht große Armut in eine

Im positiven Sinne ein bisschen verrückt

Projektwoche an der Oberschule: „Afrika – eine Welt für Alle“ mit Schaumburger Trachtentanz verbunden




Stolz zeigten einige Oberschüler ihre während der Projektwoche selbst gebastelten „Rain-Sticks“. Mit auf dem Bild zu sehen: die Lehrerin Eva-Maria Wimmers. Foto: wk

Stolz zeigten einige Oberschüler ihre während der Projektwoche selbst gebastelten „Rain-Sticks“. Mit auf dem Bild zu sehen: die Lehrerin Eva-Maria Wimmers. Foto: wk


Bückeburg. Den Blick über den Tellerrand hinaus gewagt haben Mädchen und Jungen der Oberschule bei ihrer Projektwoche, Motto: „Afrika – eine Welt für Alle.“ Bei einem Projekt über den Schaumburger Trachtentanz war die kulturelle Kluft zwischen unserer Welt und der des Nahen Ostens geradezu greifbar.

Bückeburg. „Afrika – eine Welt für Alle“ ist das Motto einer Projektwoche an der Oberschule gewesen, an der sich – mit Ausnahme der zur gleichen Zeit Schulpraktika absolvierenden Achtklässler – alle Schüler der fünften bis zehnten Jahrgangsstufe beteiligt haben.

Themen, denen sie sich widmeten, waren unter anderem die afrikanische Tierwelt, der in manchen Regionen große Wassermangel, die Lebensweise der dortigen Menschen, die Armut in der Bevölkerung, der Rohstoffreichtum des Kontinentes und die traditionelle Musik. Und um die Ergebnisse ihrer Beschäftigung mit dieser Materie zu veranschaulichen, bastelten die Kinder und Jugendlichen beispielsweise Tiermasken aus Pappe und sogenannte „Rainsticks“, mit denen man das Geräusch prasselnden Regens nachahmen kann. Außerdem malten sie farbenfrohe „afrikanische“ Bilder und erstellten informative Schaubilder zu ihren Rechercheergebnissen.

Das Thema „afrikanische Musik“ indes wurde am letzten Tag der Projektwoche gemeinsam mit einer Gruppe der in der nordhessischen Kleinstadt Wanfried ansässigen „Initiative Black & White e.V.“ mit Leben gefüllt. Und zwar richteten Mitglieder dieses Vereins, der sich für die Völkerverständigung und die Einhaltung der Menschenrechte engagiert, einen Trommel-Workshop für die rund 200 Oberschüler aus.

Zum Auftakt referierte der Koordinator der Initiative, Wolfgang Lieberknecht, über die oft schwierigen Lebensbedingungen auf dem Schwarzen Kontinent und stellte diese den weit besseren Lebensverhältnissen in Deutschland gegenüber. Anschließend traten die aus Ghana, Uganda und Kongo stammenden Musiker der Gruppe in Aktion, indem sie den Schülern Trommelrhythmen, Tänze und Gesänge beibrachten, wie sie für die afrikanische Kultur typisch sind.

„Afrika ist zwar der rohstoffreichste Kontinent der Welt, aber trotzdem herrscht große Armut in einem breiten Teil der dortigen Bevölkerung“, sagte Lieberknecht später. Ursächlich für diese Diskrepanz sei, „dass auch nach der Kolonialzeit die Rohstoffe im Besitz der reichen Leute und der ‚reichen Welt‘ geblieben sind. Und dort gibt es keine Bereitschaft, daran etwas zu ändern.“ Zumal auch die kleine afrikanische Elite nicht an einem Umschwung interessiert sei.

Die zusammen mit der „Black & White“-Gruppe einstudierten Trommel-Stücke wurden schließlich von einigen Oberschülern und den „Black & White“-Musikern am letzten Tag der Projektwoche in der Schulaula aufgeführt, an dem außerdem die Schulklassen ihre Einzelprojekte präsentierten.

Zum Programm dieses Tages gehörte übrigens auch die Vorführung eines Schaumburger Volkstanzes („Heufahrer“), den zwei trachtentanz-begeisterte Frauen ehrenamtlich einer Gruppe jugendlicher Flüchtlinge aus Syrien, Irak und etwa Afghanistan beigebracht hatten.

Rund eineinhalb Stunden hatten Patricia Psotta (Vehlen) und Sonja Imhoff (Seggebruch) den „Heufahrer“ mit diesen Schülern eingeübt, wobei die Verständigung quasi mit Händen und Füßen, einem bisschen Deutsch sowie mehr oder weniger auf Englisch erfolgte. Abgesehen von den sprachlichen Hürden kamen zudem kulturelle hinzu. Drei der ursprünglich vier für diese Aktion ausgewählten muslimischen Mädchen hatten sich nämlich vehement geweigert, zusammen mit Jungs zu tanzen und diese dabei auch noch anzufassen. Letztlich war nur ein Mädchen aus Afghanistan übrig geblieben, das – so Psotta – zunächst aber auch sehr zögerlich an die Sache herangegangen war, dann aber augenscheinlich Freude an dem Volkstanz hatte.

In islamischen Ländern wie etwa dem Irak, seinem Heimatland, tanzen Männer und Frauen nie zusammen, erklärte Monthdar (16), der seit fünf Monaten in Deutschland lebt. Er selbst finde es aber toll, das dies hierzulande völlig anders sei. Denn dies stehe mit für die „Freiheit“, die die Menschen in Deutschland genießen. Und der 14-jährige Syrer Kamil resümierte, dass diese Art zu tanzen im positiven Sinne schon ein bisschen „crazy“ (verrückt) sei, aber sehr viel Spaß mache.

http://www.schaumburger-zeitung.de/portal/lokales/sz-heute/bueckeburg_Im-positiven-Sinne-ein-bisschen-verrueckt-_arid,788312.html

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