420 Millionen Kinder leben in Kriegsgebieten, wir in Europa und USA aber glauben: Es gibt Frieden!

Aktualisiert: Feb 6

Vergessene Kriege, vergessene Kinder




In Europa gab es nach 1945 nur noch wenige Kriege. In Nordamerika gab es keinen Krieg. Auf Grund dieser Erfahrung denken viele Menschen in diesen sicheren Regionen der Welt, dass Frieden herrscht. Doch: Der Krieg bestimmt weiter das Leben von Millionen Menschen weiter in anderen Teilen der Welt. Er hat sich nach 1945 nur in den globalen Süden verlagert. Von den 238 Kriegen von 1945 bis 2007 fanden statt: in Asien 68, in Afrika südlich der Sahara 64, im Vorderen und Mittleren Orient 60, in Süd- und Mittelamerika 30 und in Europa 16. In Nordamerika fand überhaupt kein Krieg statt 1945 wurde Krieg verboten, doch schon bis 1997 wurden in Afrika 52 Kriege geführt (initiative-blackandwhite.org).

Die Staaten aus dem globalen Norden sind mit direkten oder indirekten Militärinterventionen massiv an diesen Kriegen beteiligt, vor allem die USA, Großbritannien und Frankreich; zunehmend aber auch wieder Deutschland.

Fast jedes fünfte Kind auf der Welt wächst in einem Land oder einer Region auf, die von Krieg und bewaffneten Konflikten gezeichnet sind. Das bedeutet: 420 Millionen Mädchen und Jungen erleben täglich Hass, Gewalt, Unsicherheit und den Tod hautnah. Ein Mangel an Nahrung und sauberem Trinkwasser sowie der erschwerte Zugang zu einer medizinischen Versorgung und Bildung steigern das Leid der Kinder. Kriege und bewaffnete Konflikte in afrikanischen Staaten – wie zum Beispiel in der Demokratischen Republik Kongo, in Somalia oder im Sudan – sind in den Medien oft wenig präsent.

Viele der Konflikte werden daher auch als „vergessene Kriege“ bezeichnet. Doch nicht nur die bewaffneten Konflikte werden wenig beachtet. Auch das Schicksal der Millionen notleidenden Kinder im Krieg gerät oftmals in Vergessenheit – es findet medial wenig statt, hat kaum Präsenz. Dabei befinden sich sechs der zehn gefährlichsten Länder für Kinder auf dem afrikanischen Kontinent. Quelle: „Save the Children – War on Children“ (2019)




In den Konfliktregionen Afrikas sind die Gesundheit und das Leben von Kindern besonders gefährdet. Sie werden Opfer von gezielten Bombenanschlägen auf Schulen. Spielende Kinder verlieren ihr Leben durch Landminen oder werden durch bewaffnete Angriffe getötet. Willkürliche Rekrutierungen als Kindersoldaten und sexuelle Ausbeutung sind keine Seltenheit. Hinzu kommen die indirekten Folgen von kriegerischen Konflikten. Millionen Kinder sterben, weil sie keinen Zugang zu medizinischer Versorgung oder zu sauberem Trinkwasser und ausreichend Nahrung haben.

Allein in den Jahren 1995 bis 2015 kamen schätzungsweise fünf Millionen Kinder (unter fünf Jahren) auf dem afrikanischen Kontinent durch bewaffnete Konflikte und deren Auswirkungen ums Leben. Das bedeutet: 250.000 Kinder im Jahr, 685 Kinder pro Tag, 28 Kinder stündlich. Jede Stunde stirbt eine Schulklasse durch Krieg!


Hinzu kommen jene Kinder, die überlebt, jedoch vieles verloren haben. In den Jahren 2006 bis 2016 verloren eine Million Kinder ihren Vater oder ihre Mutter oder sogar beide Elternteile. Weitere sechs Millionen Kinder wurden schwer verletzt oder dauerhaft physisch oder psychisch geschädigt.

#KinderImKrieg – Jede Stunde stirbt eine Schulklasse durch Krieg – GEMEINSAM FÜR AFRIKA (gemeinsam-fuer-afrika.de)



Studie: Fünf Millionen Kinder in Afrika an Folgen bewaffneter Konflikte gestorben

2018


Drei Millionen Tote jünger als ein Jahr


In Afrika sind einer Studie zufolge innerhalb von 20 Jahren etwa fünf Millionen Kinder unter fünf Jahren an den Folgen bewaffneter Konflikte gestorben. Damit verloren zwischen 1995 und 2015 deutlich mehr Kleinkinder ihr Leben als bislang angenommen, heißt es einer am Freitag veröffentlichten Studie in der medizinischen Fachzeitschrift "The Lancet". Drei der fünf Millionen Kinder wurden demnach nicht einmal ein Jahr alt.

Kinder: Studie: Fünf Millionen Kinder in Afrika an Folgen bewaffneter Konflikte gestorben - WELT


Die Auswirkungen des Krieges auf Kinder in Afrika

Es besteht kein Zweifel daran, dass sich die Auswirkungen des Krieges auf die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft, einschließlich der Kinder, erstrecken. Obwohl bewaffnete Konflikte auf der ganzen Welt auftreten, scheint der afrikanische Kontinent ein besonderer Hintergrund für zivile und internationale Kriege zu sein. Ziel dieser Studie war es, Die Ursachen von Konflikten in Afrika zu identifizieren und die Auswirkungen des Krieges auf Kinder und ihre Gesundheit zu bewerten, um praktische Empfehlungen an medizinisches Personal zu geben, das mit Kindern im Kriegsleben zu tun hat. Alle Artikel, die in den letzten 5 Jahren über "Krieg" und "Kinder" geschrieben wurden, wurden mittels einer Literaturrecherche und einer Internet-Rezension identifiziert. Entgegen der landläufigen Meinung sind die Ursachen von Konflikten kompliziert und multifaktoriell. Die Auswirkungen des Krieges auf die Kindheit sind katastrophal und umfassen schwerwiegende negative Auswirkungen auf den allgemeinen pädiatrischen Gesundheitszustand. Kurzfristige Empfehlungen für medizinisches Personal, das mit Kindern im Krieg arbeitet, umfassen die Versorgung mit medizinischen Notfallinfrastrukturen, medizinische Grundversorgung, Rehabilitation und Bildung. Zu den langfristigen Empfehlungen gehören die Orchestrierung der Hilfs- und Unterstützungsbemühungen sowohl der nationalen Regierungen als auch internationaler Gemeinnütziger Organisationen sowie die Beschleunigung des wirtschaftlichen Aufschwungs. Die Ursachen des Konflikts in Afrika sind komplex und werden wahrscheinlich nicht bald gelöst werden. Die Auswirkungen des Krieges auf Kinder sind in vielerlei Hinsicht entsetzlich, können aber durch eine rechtzeitige und angemessene Gesundheitsversorgung begrenzt werden.

The effects of war on children in Africa | SpringerLink


Uns kommt es mit unserer Nachrichtenarbeit auf dieser Seite nicht nur darauf an, mehr über das Kriegsleid und seine Ursachen zu erfahren oder bekanntzumachen. Wir wollen dazu beitragen, den Krieg von der Welt zu verbannen und das Kriegsleid zu beenden. Dazu sind viel mehr Menschen erforderlich, die sich dafür engagieren und gemeinsame Kräfte schaffen. Dafür ist auch afrikanisch-europäische Zusammenarbeit erforderlich Wir würden uns freuen, wenn Du mit uns ein überparteiliches zivilgesellschaftliches afrikanisch-europäisches Team aufbaust, das sich nachhaltig und gemeinsam für Frieden in Westafrika engagiert. Hier kannst Du Dich in dem Team registrieren: Wir laden Dich dann zu Online-Konferenzen ein, um das gemeinsame Engagement zu beginnen: Frieden fördern in Afrika Team/Team to Promote Peace in Africa | Black and White (initiative-blackandwhite.org)

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