Entwicklungspolitische Bildung

Wir laden Euch ein, mit uns zu erforschen, warum immer noch so viele Menschen Kriegsleid erleiden müssen, keine soziale Sicherheit haben, keine Arbeit bekommen können, für Löhne arbeiten müssen, die nicht zum Leben reichen, keine Ernährungssicherheit haben, keine Chance auf eine Bildung, die ihnen die freie und volle Entwicklung ihrer Persönlichkeit ermöglicht, keinen gesicherten Zugang zu Gesundheitsleistungen haben, kein Recht auf volle und gleichberechtigte demokratische Beteiligung an den politischen Entscheidungen, keine Meinungs- und Informationsfreiheit, keine Organisations- oder Religionsfreiheit, keine gleichen Rechte und Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, kein Schutz bei politischer Verfolgung. Seit 1948, seit der Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung durch die Mitglieder der UNO, haben weltweit alle Menschen, alle Menschen das Recht auf diese Rechte, nur weil sie Menschen sind: Ausdrücklich auch unabhängig davon in welchen Staat sie leben und welche Stellung der Staat in der Welt hat.
Von den Initiativen Black&White engagieren wir uns dafür, dass die Menschenrechtserklärung für alle umgesetzt wird. Was brauchen wir dazu? Das Wissen um unsere Rechte, das Wissen darum, warum sie nicht verwirklicht sind, das Wissen darum, wie sie verwirklicht werden können, dass wissen darum, wie das durchzusetzen ist.
Hier werden wir Beiträge dazu veröffentlichen und zu Diskussionen anregen und regen Euch alle, die die Menschenrechte stehen, an, Euch mit uns auf den Weg der Erkenntnis zu begeben, auch durch Versuch und Irrtum. Im sinne des Prinzips der Aufklärung, das Kant so beschrieb:
Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.

Wir regen Euch zunächst einmal an, sie mit den Rechten zu beschäftigen, die als Basis für die Nachkriegsordnung 1945 bis 1946 und dann in Pakten bis in die 70er Jahre beschlossen worden sind und bis heute Gültigkeit haben; dazu bitten wir die Vorläufer dieser Vereinbarungen zu studieren und den Kerntext von Immanuel Kant, auf dessen Empfehlungen sie mit zurückgehen.

UNO-Charta: Kern des aktuellen Völkerrechts:
Die Charta der Vereinten Nationen (UN-Charta) ist der Gründungsvertrag der Vereinten Nationen (United Nations). Ihre universellen Ziele und Grundsätze bilden die Verfassung der Staatengemeinschaft, zu der sich alle inzwischen 193 Mitgliedstaaten bekennen.
UN-Charta | Vereinte Nationen - Regionales Informationszentrum für Westeuropa (unric.org)

 

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte: Absichtserklärung der UNO-Mitglieder für die Ziele der Politik in ihren Ländern und in der internationalen Zusammenarbeit für die Menschen aller Länder:
Alle Menschen verfügen von Geburt an über die gleichen, unveräußerlichen Rechte und Grundfreiheiten. Die Vereinten Nationen bekennen sich zur Gewährleistung und zum Schutz der Menschenrechte jedes einzelnen. Dieses Bekenntnis erwächst aus der Charta der Vereinten Nationen, die den Glauben der Völker an die Grundrechte des Menschen und an die Würde und den Wert der menschlichen Persönlichkeit bekräftigt. In der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte haben die Vereinten Nationen in klaren und einfachen Worten jene Grundrechte verkündet, auf die jedermann gleichermaßen Anspruch hat.
Allgemeine Erklärung der Menschenrechte | Vereinte Nationen - Regionales Informationszentrum für Westeuropa (unric.org)

UN-Sozial-Pakt, völkerrechtlich verbindliche Vereinbarung über die sozialen Menschenrechte, die jedem Menschen weltweit zustehen:
Die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte (auch wsk-Rechte oder Sozialrechte genannt), die von den Arbeiterparteien und Gewerkschaften in den Industrieländern langen Auseinandersetzungen durchgesetzt werden konnten, sind international im Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kultu­relle Rechte (Sozialpakt) vertraglich zwischen den Unterzeichnerstaaten vereinbart. Mit ihm verpflichten sich die Staaten, die Menschen vor Ausbeutung zu schützen und  bestimmte Ansprüche, wie Nahrung, Bildung und Gesundheit zu erfüllen. Zugesicheert werden u.a. das Recht auf Arbeit, Recht auf soziale Sicherheit, Recht auf angemessene Lebensstandards, Recht auf faire und günstige Arbeitsbedingungen, Recht auf Zusammenschluss in Gewerkschaften, Schutz von Familie, Mutterschaft und Kindern, Recht auf stetige Verbesserung der Lebensbedingungen, Recht auf Teilnahme am kulturellen Leben: Damit sichern sie vertraglich Rechte zu, den schon 1948 in der Menschenrechtserklärung als Menschenrechte von den Mitgliedsstaaten der UNO vereinbart worden waren.  
Internationaler Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte von 1966 (dgvn.de)
Fakultativprotokoll_Sozialpakt.pdf (dgvn.de)

UN-Zivilpakt: völkerrechtlich verbindliche Vereinbarung über die politischen Menschenrechte, die jedem Menschen weltweit zustehen:

UN-Zivilpakt
Der International Covenant on Civil und Political Rights, der Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte (oder kurz: der UN-Zivilpakt, in der Schweiz: UNO-Pakt II) ist nicht nur einer der ersten völkerrechtlich bindenden internationalen Menschenrechtsübereinkommen der Vereinten Nationen, sondern gilt zusammen mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und dem UN-Sozialpakt als Internationaler Menschenrechtskodex.
iccpr_de_2_.pdf (dgvn.de)UN-Zivilpakt - Internationaler Pakt über bürgerliche und politische Rechte

 

Briand-Kellogg-Vertrag: Das erstmalige Verbot des Angriffskrieges, nach dem Deutschland wegen des Bruch des Vertrages nach dem Krieg in Nürnberg verurteilt worden ist: Briand-Kellogg-Pakt: Ein Vertrag gegen den Krieg

Am 27. August 1928 unterzeichneten 15 Staaten in Paris den Briand-Kellogg-Pakt und legten damit einen Grundstein für die Ächtung des Krieges als politisches Werkzeug – mit begrenzter Wirkung: Briand-Kellogg-Pakt: Ein Vertrag gegen den Krieg | bpb

Atlantik-Charta, die verbarten Ziele der Anti-Hitler-Koalition für die Nachkriegsordnung an Ende des Weltkrieges:
Die Atlantik-Charta vom 14. August 1941 - Potsdamer Konferenz (potsdamer-konferenz.de)
75 Jahre Atlantik-Charta | bpb

Immanuel Kant: Zum ewigen Frieden:
(57) Zum ewigen Frieden (Hörbuch) Immanuel Kant - YouTubeZum ewigen Frieden (univie.ac.at)

bildungsbausteine